Linke Liste

an der Ruhr-Universität Bochum

»Der Sieg der Vernunft kann nur der Sieg der Vernünftigen sein.«

B. Brecht

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9.Januar2003

Flugblätter aus dem StuPa-Wahlkampf 1998


13.Januar2002

Unser AStA-Konzept

Schaut man sich die Publikationen mancher anderen Liste an, wird man leicht stutzig. Kann man den meisten StudentInnen an der RUB tatsächlich nicht viel mehr “Inhalt” zumuten, als in den Zeilen oben zu finden ist? Daß gewählt wird, wer die anmaßendsten Behauptungen am prägnantesten von sich gibt? Wir hoffen, daß nicht; wer jedenfalls bis hierhin weitergelesen hat, läßt sich aber vielleicht auch auf Sätze mit mehr als fünf Wörtern ein. Da wir davon ausgehen, daß etliche WählerInnen nur wenig über die Struktur der bisherigen ASten wissen, gehen wir z.T. auch auf diese ein. Noch was: Bei den folgenden Konzeptionen zum AStA geht es in erster Linie um Strukturen. Ziemlich wichtig ist natürlich, wie und mit wem diese Strukturen ausgefüllt werden. Einen Überblick darüber, welche Positionen von den Aktiven der Linken Liste vertreten werden, sollen unsere Magazine geben. Und auch mit unseren Flugblättern wollen wir natürlich zeigen, daß wir inhaltlich wesentlich “mehr drauf haben”, als andere - und was Aktivitäten angeht, sowieso.

Grundsätzliches

Wir wollen einiges am AStA ändern. Viele der bestehenden Strukturen sind zwar generell gut, aber durchaus verbesserungswürdig. Auf der Hand liegt, daß der AStA aktiver und auch politischer werden muß: Wir wollen deshalb in Zukunft mehr Menschen in den AStA integrieren. Die bisherige AStA-Struktur ist auf EinzelkämpferInnen ausgelegt. Die sollen jeweils als einzelneR ReferentIn allein verantwortlich für ein bestimmtes Gebiet sein, sozusagen für die ganze RUB. Im besten Fall führt das dazu, daß nur zu bestimmten Schwerpunktthemen gearbeitet wird, ein Negativbeispiel wäre etwa das letzte Öko-Referat, das - politisch allein gelassen - ein ganzes Jahr lang nicht mehr als drei inhaltlich schwache Zeitungsartikel zu Solarzellen zustandegebracht hat. Die Gründung unserer gemeinsamen Linken Liste geht auf die Erfahrungen während der Protestbewegung zurück, wo die Aktiven gemerkt haben, wie gut wir zusammenarbeiten können. Wir setzen deshalb auf mehr Zusammenarbeit und offenere Strukturen auch im AStA. Deshalb sollen die Menschen im AStA nicht nur selbst inhaltlich arbeiten, sondern insbesondere auch die Aufgabe haben, thematische Arbeitsgruppen zu betreuen bzw. zu koordinieren. Diese Arbeitsgruppen sollen eine zentrale Bedeutung haben, damit viel mehr StudentInnen mitarbeiten können (gerade auch die, die trotz politischen Engagements weiterhin studieren wollen). So können mehr Themen kompetenter beraten und bearbeitet werden und die StudentInnen-vertretung würde offener.

Fachschaften

Als Liste mit den meisten aktiven Fachschaf-terInnen fällt es uns nicht schwer, festzustellen, daß das Verhältnis zwischen Fachschaftsräten und AStA nicht optimal ist. Das gilt sowohl für die Fachschaften als auch für den AStA. Die Fachschaften organisieren sich selbst in der FachschaftsvertreterInnenkonferenz. Hier treffen sich einmal wöchentlich die Fachschaften, um inhaltlich zu arbeiten und Erfahrungen auszutauschen. Daneben gibt es ein AStA-Fach-schaftenreferat. Aber bei vielen Fachschaften wird der Unmut immer größer darüber, vom AStA einen Menschen aufgezwungen zu kriegen, mit dem sie arbeiten müssen, der aber meist allein die Interessen seiner jeweiligen Liste oder bestenfalls die des AStAs vertritt. Und das hat in den letzen Jahren immer für Reibereien und Konflikte gesorgt. Deshalb soll nach unseren Vorstellungen in Zukunft das AStA-Fach-schaftenreferat in eine zweite FSVK-Sprecher-Innenstelle umgewandelt werden. Eine solche Unabhängigkeit der Fachschaften wird das gespannte Klima zwischen AStA und Fachschaften entschärfen und gleichzeitig die Zusammenarbeit unterstützen. Das heißt, daß die Infrastruktur des AStAs den Fachschaften weiterhin für ihre Arbeit zur Verfügung stehen, also mehr mit den Fachschaften zusammen - anstatt gegeneinander gearbeitet werden wird.

Flache Hierarchien statt Machtmonopole - neue Arbeitsweise

Während des Streiks ist folgendes vielen sauer aufgestoßen: Da ist eine Bewegung, die von unten kommt, die nicht durch den AStA organisiert worden ist, sondern z.T. sogar gegen Widerstände von “TuWas”-AStA-Menschen kämpfen mußte, und dann wird sie von Teilen des AStAs schamlos benutzt, um sich in der Öffentlichkeit zu profilieren. Dies liegt nicht etwa nur an den Personen, sondern auch an den Strukturen. An wen wenden sich denn die Medien? Richtig, an einen wichtigen Menschen mit superwichtigem Titel. Solche Titel stehen aber nicht für Sachkompetenz und führen oft zum Mißbrauch der Monopolstellung und/oder zu Überlastung. Wir wollen daher die hierarchische Struktur des Vorsitz abschaffen und die Kernaufgaben auf zwei Referate verteilen: Die AStA-SprecherIn und das Kommunikations-referat. Während sich die Sprecher-In um Präsenz in Kommunikation mit Uni-Gremien, Univerwaltung und Behörden kümmert, ist das Kommunikationsreferat für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Es soll keine Pressestelle werden. Aber es bietet Hilfe für andere Referate bei der Öffentlichkeitsarbeit, kann Fachschaften unterstützen und hilft studentischen Initiativen mit Know-How und Infrastruktur. Mit diesen beiden neuen Referaten wird die Machtfülle des bisherigen Vorsitz geteilt. Die Verantwortung wird aufgeteilt und das Engagement von mehreren Menschen kann effektiver genutzt werden. Die Kompetenzen des AStA-Vorstands sollen genauer festgelegt werden, um mehr Transparenz zu schaffen und um zu verhindern, daß bestimmte Gremien unnötig viele Entscheidungen an sich ziehen.

Service

“Dienstleistungssektor”, “serviceori-entierter Dienstleistungsbetrieb” etc. - diese Schlagworte findet mensch auf fast jeder Listenpublikation, außer auf unseren. Statt mit Modewörtern um sich zu werfen, sollte gefragt werden, was das überhaupt heißen soll. Schließlich geht es nicht um die Gründung irgendeines Wirtschaftsunternehmens, auch wenn manche das glauben mögen, sondern um politische Interessenvertretung: nämlich um die StudentInnen-vertretung, den AStA. Bekanntlich gibt es ja neben dem AStA eine speziell für soziale Hilfestellungen und “Service” gedachte Einrichtung, das AkaFö (welches über hundert Mark pro Nase und Jahr über unsere Sozialbeiträge einzieht und damit Wohnheime, Cafeten, Studien- und Bafög-beratung betreibt). Da das AkaFö zwar fast ausschließlich von den Studierenden finanziert wird, aber nicht allein nach unseren Interessen handelt, muß sich der AStA um die “Service-” Leistungen kümmern, die das AkaFö nicht anbietet. Dazu gehört eine kompetente, nicht mit dem Vergabeamt zusammenhängende BaföG-Beratung, die bestehende Rechts- und Teile der Ausländer-Innenberatung. Für sehr wichtig halten wir einen weiteren Ausbau der Beratungsangebote insbesondere im Bereich Soziales (von der Miete bis zu Jobfragen); wieder einzurichten wäre auch Beratung für Kriegsdienstverweigerer. Das bisherige PR-Objekt eines AStA-“Servicereferats” halten wir dagegen für falsch. Eine ganze Personalstelle dafür einzurichten, um Fahrpläne zu verkaufen, ist pure Geldverschwendung. Wir wollen das Servicereferat abschaffen. Das bedeutet nicht, daß wir keinen Service anbieten. Aber unsere Vorstellung von „Service“ ist nicht so eng gefaßt wie bei anderen Listen: Das Kommunikationsreferat bietet z.B. Hilfe bei der Öffentlichkeitsarbeit. Wie vor der Erfindung des Servicereferats soll es auch den Internationalen Studierendenausweis, Beglaubigung von Kopien, Geräteverleih, Copyshop und die AStA-Druckerei (auch hier sind Verbesserungen notwendig) und all die vielen anderen kleinen Dienste geben, aber dazu brauchen wir mit Sicherheit keinen Menschen mit dem Titel “Servicereferent”. Anlaufstellen für Fragen und Hilfegesuche sind nach wie vor vorgesehen. Allerdings müßte der gesamte AStA noch offener für Anstöße und Anfragen von außen werden.

Politik im AStA

Hier geht es wieder um die Gretchenfrage: Darf ein AStA allgemeinpolitisch sein oder nur hochschulpolitisch? Wir finden diese Trennung unsinnig. Die Hochschule ist ein Teil der Gesellschaft, Hochschulpolitik ist also immer Allgemeinpolitik. Aber auch Allgemeinpolitik ist immer ein Stück Hochschulpolitik. Der „große Lauschangriff“ wird sich z.B. auf die Arbeit zukünftiger JuristIn-nen, ÄrztInnen und JournalistInnen auswirken, eine Politik, die AusländerInnen kriminalisiert und diskriminiert, wirkt sich auch auf die Universität aus undundund... Deshalb ist es wichtig, daß - neben der Lösung konkreter Probleme - bestehende gesellschaftliche Konzepte und Thesen kritisch hinterfragt und eigene entwickelt werden. Wir bekennen uns zu Referaten wie Grund- und Freiheitsrechte, Hochschulpolitik, Kritische Wissenschaften und Internationalismus und Antimilitarismus.


12.Januar2002

Alle können wählen

Was wird gewählt?

Jedes Jahr im Wintersemester wählen die Studierenden an der Ruhr-Universität das sogenannte Studierendenparlament (StuPa). Das StuPa wiederum bestimmt über die Zusammensetzung des AStA (Allgemeiner Studierenden-Ausschuß). Der AStA ist also das höchste Vertretungsorgan der Studierenden an der RUB. Er bekommt 17,- DM vom Sozialbeitrag, den jeder Student und jede Studentin pro Semester bezahlt. Der AStA besteht aus einzelnen Referaten, die verschiedene Themenbereiche bearbeiten, z.B. Hochschulpolitik, Internationalimus, Kultur, Ökologie, Antifaschismus. Außerdem gibt es drei Referate, die autonom gewählt werden, darunter das AusländerInnenreferat. Auch für die Wahlen dieses Referats seid ihr wahlberechtigt, sie finden allerdings immer im Sommer statt. Zur Wahl treten verschiedene Listen mit verschiedenen politischen Konzepten an. Wir schlagen Euch vor, uns, die Linke Liste, zu wählen.

Warum links?

Links bedeutet für uns erstens, daß man die Universität nicht als isolierten Bereich, sondern als Teil der gesamten Gesellschaft verstehen muß. Ebenso wie für die Gesellschaft hat auch für die Uni das Prinzip der Demokratie zu gelten, das heißt paritätische Beteiligung der Studierenden an allen Entscheidungen, die Studium und Universität betreffen. Umgekehrt bedeutet es auch, daß wir für Lehrinhalte eintreten, die Demokratisierung der Gesellschaft fördern und gegen Inhalte, die sie behindern.

Demokratie heißt aber zweitens auch, daß Studieren nicht nur für Kinder reicher Eltern möglich ist, sondern daß die Universität prinzipiell allen offensteht. Deshalb sind wir gegen Studiengebühren. Wir sind drittens gegen die Benachteiligung und für die Gleichberechtigung von Frauen in der Gesellschaft und an der Universität. Wir treten außerdem gegen die zunehmende Fremdenfeindlichkeit und gegen Rassismus ein. Auf der politisch rechten Seite wird den Ausländern und Ausländerinnen immer öfter die Schuld an Arbeitslosigkeit und Wirtschaftskrise gegeben. Das kann man an der Verschärfung des Asylrechts sehen, aber auch die Zahl der gewalttätigen Übergriffe gegen Ausländer und Ausländerinnen ist gestiegen. Wir sind zum einen der Meinung, daß die Arbeitslosigkeit ganz andere Ursachen hat. Zum anderen sind diese Phänomene ein Teil der zunehmenden Unmenschlichkeit in der kapitalistischen Gesellschaft.

Auch für viele ausländische Studierende werden die Studien- und Lebensbedingungen immer schlechter, und weitere Benachteiligungen werden zur Zeit von Regierungsseite geplant. So soll z.B. die jetzt schon beschränkte Arbeitserlaubnis weiter eingeschränkt werden; die Aufenthaltserlaubnis soll in Zukunft nur gegen eine Bürgschaft in Höhe von 12.000,- DM jährlich erteilt werden. Das läuft darauf hinaus, daß künftig nur noch Mitglieder aus reichen Familien oder StipendiatInnen in Deutschland studieren können, und auch für diese wird das Studium erschwert. So dürfen Sprachvorbereitung, studienbezogene Vorpraktika und Studienkolleg zusammen dann nicht länger als zwei Jahre dauern und das Studium müßte nach höchstens neun Semestern abgeschlossen sein. Schon jetzt wird vielen ausländischen Studierenden das Studium dadurch erschwert, daß Zeugnisse und Qualifikationen aus ihren Herkunftsländern nicht anerkannt werden. Es gibt noch viele andere Punkte, über die wir euch bei Interesse genauer informieren können.

Links zu sein bedeutet für uns auch, zusammen mit ausländischen Gruppierungen und dem autonomen Ausländer-Innenreferat gegen so eine Politik vorzugehen, denn auch das gehört zu unserem Politikverständnis, daß benachteiligte Gruppen die Möglichkeit haben, ihre Politik eigenständig und nach eigenen Vorstellungen zu bestimmen. An der Universität ist das genauso wie in der gesamten Gesellschaft keine Selbstverständlichkeit. Ausländer und Ausländerinnen ohne deutsche Staatsbürgerschaft haben außerhalb der Universität kein Wahlrecht, und auch an der Universität würden die rechten Listen am liebsten die Gelder für die autonomen Referate streichen.

Um die Interessen und die politische Arbeit von Ausländern und Ausländerinnen an der Universität zu garantieren, ist es wichtig, die Linke Liste zu wählen. Auf der Linken Liste kandidieren viele ausländische Studierende. Ihr könnt einen oder eine von ihnen wählen, oder auch jede andere Person der Liste (aber nur eine!).

Weitere Informationen bekommt ihr an den Infotischen in den Cafeterien der Gebäude MA, GA, GB, GC, NA, NC, und IB der RUB oder direkt bei uns, im Raum 13 des AStA-Gebäudes. Auch zum regelmäßigen Gruppentreffen (dienstags 18 Uhr) seid ihr herzlich eingeladen.


11.Januar2002

Alles funktioniert - selbst der Flüchtling

Ausdruck dieser Degradation ist die vom Innenministerium in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie zur sogenannten “Asylcard”. Mittels einer Chipkarte soll es dem Bundesinnenministerium nun möglich sein, eine ganze Bevölkerungsgruppe datentechnisch zu überwachen, zu kontrollieren und im Visier zu behalten. Zielobjekt sollte selbstverständlich eine Bevölkerungsgruppe sein, die nicht nur Kanther schon seit längerem beschäftigt; eine Bevölkerungsgruppe, die ohnehin nicht mehr als mit Rechten ausgestattete Individuen der Menschengattung behandelt wird: Flüchtlinge.

Wenn die Pläne für eine “Asylcard” tatsächlich realisiert werden sollten, dann bedeutet das für Flüchtlinge kein einziger Schritt mehr, ohne dabei vom “besorgten” Vater Staat kontrolliert zu werden. Denn diese Plastikkarte mit integriertem Chip dient nicht nur als Ausweis, sie soll des weiteren über achtzehn verschiedene Funktionen verfügen. Dieses kleine Stück Plastik soll zukünftig als Asylheimschlüssel, elektronische Geldbörse, PatientInnenkarte und als Nachweis über den Stand des Asylverfahrens fungieren. Wie bei einer Stechuhr würde registriert werden, wann der/die InhaberIn das Heim verläßt, welcher Bedarf an Naturalien besteht, ob die Flüchtlinge außer Gemüse, Mehl und Konserven auch Kekse und Alkohol kaufen. Durch diese Überwachungsmöglichkeit kann unter anderem die Kürzung des Verpflegungssatzes für AsylbewerberInnen gerechtfertigt werden. Die zunehmende rechtliche Einschränkung des Asylstatus wird immer deutlicher. Flüchtlinge unterliegen immer strikteren Kontrollen, bei ihrer Ankunft in Deutschland werden sie erkennungsdienstlich behandelt, müssen eine zwangsweise Internierung in Sammellagern über sich ergehen lassen, dürfen nicht arbeiten und ihren Meldebezirk nicht verlassen, bis ihnen dann wahrscheinlich die Abschiebung droht. In Berlin beispielsweise gibt es schon Läden, die extra für Flüchtlinge ausgestattet sind, in denen sie nur bargeldlos einkaufen dürfen.

Flüchtlinge haben, einstweilen, das Recht auf “Leben”, aber dieses Leben ist keines, denn es wird nur so lange und in der Form erhalten, wie ein kleines Stück Plastik es ihnen erlaubt. Flüchtlinge atmen zwar, denken und essen sogar, haben aber sonst nichts gemein mit anderen Menschen. Die Verdinglichung des Menschen und der Verzicht auf die Individualisierung zeigen deutlich rassistische Tendenzen und Denkstrukturen. Man darf nicht vergessen, daß Methoden wie die datentechnische Überwachung von Flüchtlingen auch andere marginalisierte Bevölkerungsteile dieser Gesellschaft, wie z.B. SozialhilfeempfängerInnen, betreffen könnten, um auch deren Lebensstandard auf ein Existenzminimum beschränken zu können und ihnen ein “normales” Leben zu erschweren, gar unmöglich zu machen. Gegen diese menschenverachtenden Methoden müssen wir uns wehren. Weg mit den rassistischen AusländerInnengesetzen! Schluß mit der Kriminalisierung und Entmenschlichung von Flüchtlingen!

Darum ruft die Linke Liste dazu auf, sich an der Demo am Dienstag, 27. Januar, zu beteiligen!


9.Januar2002

Was hat die OAW mit den StuPa-Wahlen zu tun?

Klar dürfte wohl sein, daß ohne die Unterstützung von mehr oder weniger etablierten Strukturen nichts läuft. Und dafür ist die derzeit laufende Wahl zum Studierendenparlament, die auch über die Besetzung der Referate im Allgemeinen Studierenden-Ausschuß (AStA) mitbestimmt, wichtig. Denn nur mit der Linken Liste ist eine echte Weiterführung von Protesten möglich.

Nur wir haben einen Ansatz, der fundamental kritisch ist und nicht auf halber Strecke (etwa bei der SPD oder bei Rot-Grün) haltmacht. Es kann nicht darum gehen, sich mit den gesellschaftlichen Gegebenheiten abzufinden und sich innerhalb ihrer so gut wie möglich durchzuwursch-teln. Vielmehr ist es nötig, sie gründlich zu analysieren und auf der Basis einer solchen Kritik zu handeln.

Und was hat das alles mit der OAW zu tun?

Das gilt auch und gerade für die Probleme, mit denen die OAW konfrontiert ist. Natürlich muß sich jemand darum kümmern, was mit den immer weniger werdenden Geldern passiert, die das Land gnädigerweise so gerade eben noch für unsere Zwergorchideen-Fakultät erübrigen kann. Wir drücken uns auch nicht vor dieser notwendig anstehenden Kleinarbeit, die vor allem in Fachschaftsrat und Fakultätsrat ansteht. Was wir dort tun, könnt Ihr ja sehen. Aber wir wollen es nicht einfach dabei bewenden lassen, sondern auch den Schritt darüber hinaus tun und uns bemühen, die Strukturen, in die wir mit dieser Arbeit eingebunden sind, zu durchschauen. Was hilft es zu meckern, daß es 1998 schon wieder 12.000 DM weniger für unsere Fakultät gibt, wenn wir dabei gesamtgesellschaftliche Zusammenhänge ausblenden? Die gegenwärtigen Kürzungen im Bildungsbereich sind nur ein weiteres Glied in der Kette nach dem Abbau in anderen Bereichen wie Sozialhilfe, Arbeitslosengelder, Gesundheitsvorsorge, Kultur etc.

Kritik auch im Detail

Doch auch ganz konkret vor Ort gilt es, Bestehendes fundamental zu überdenken und dabei auch unangenehme Themen und heilige Kühe nicht auszusparen. Wir jedenfalls könnten uns beispielsweise auch denken, ostasienwissenschaftliche Teilfächer den einzelnen methodischen Fächern (also z.B. Literaturwissenschaft, Wirtschaftswissenschaften, Geschichte etc.) zuzuordnen, anstatt eine eigene Fakultät damit zu bilden. Ebenso ist die jeweilige inhaltliche Ausrichtung von Lehrstühlen nicht gottgewollt und sollte jedenfalls nicht der Willkür der ProfessorInnen überlassen sein.

Wie schwierig es offenkundig ist, solche Themen anzusprechen, bewies zuletzt die große Diskussion über den Sprachunterricht Japanisch vor zwei Wochen. Mehr als Klein-Klein-Hickhack, betreffend z.B. die Zahl der zu paukenden Kanji, kam kaum zur Sprache. Tenor: „Wir wollen ja keinen Konflikt, wir wollen es nur noch besser machen als es schon ist.“ Am Ende stand dann nur noch die Forderung, daß die Studierenden erst einmal selber Initiative entwickeln müßten. Diese Forderung ist so richtig, wie sie falsch ist. Studentisches Anliegen hätte auf einem großangelegten Treffen dieser Art vielmehr sein müssen, zunächst die Zuständigen in die Pflicht zu nehmen. Erst dann sind wir auch gerne bereit, selber Projekte zu starten. Im konkreten Fall hätte zumindest einmal die stark linguistische Ausrichtung des Lehrstuhls diskutiert werden können. Denn diese steht wohl im Konflikt mit den Anforderungen der drei nichtlinguistischen OAW-Fächer, die sich auf den Unterricht dieses Lehrstuhls stützen.

Wenn Ihr eine so verstandene kritische Gremienarbeit im AStA und auch vor Ort bei uns in der OAW wollt, dann wißt Ihr, was Ihr wählen müßt: Liste 4, die Linke Liste!


9.Januar2002

Nehmen Sie zwei Aspirin...

MedizinerInnen und “Reststudierendenschaft” - Was geht uns das an ?

MedizinistudentInnen gehören zur Studierendenschaft der RUB, wir sind Teil dieser Gemeinschaft. Sicherlich funktioniert die Medizinische Fakultät relativ autark, und auch räumlich gibt es Distanzen (Kliniken, nur eine Fakultät im Gebäude). Trotzdem : MedizinstudentInnen sind intelligent genug auch mal aus dem Fenster zu gucken. Auch an der Medizinischen Fakultät werden die Bedingungen immer schlechter. Ganz sicher liegt dies nicht nur an den Umständen, die alle Fakultäten betreffen - wie vor allem der massive Geldmangel. Die Medizinische Fakultät leidet vielmehr an einer immer größer werdenen Ignoranz der Ausbilder und vor allem der immer stärker werdenden Reduzierung der Studierenden auf Geldproduktionsmaschinen für die Klinken.

Der Tag ist nah, an dem MedizinstudentenInnen die Solidarität der anderen Fachbereiche brauchen werden.

Deshalb ist wichtig, jetzt die Position der Studierendenschaft zu stärken - also wählen zu gehen.

Medizin und Ökologie - Busfahren oder was?

Medizin hängt heute verstärkt mit Umwelt zusammen. Ökologische Zusammenhänge beeinflußen die Gesundheit und das Leben der Menschen immer mehr. Deshalb : nicht nur linke Liste wählen und dann die Augen verschließen. Der öffentliche Nahverkehr (ÖPNV) reicht nicht aus. JedeR MedizinstudentIn kurvt im Laufe seiner Studentenlebens mehrfach durchs Ruhrgebiet. Einzufordern ist eine wesentlich bessere Anbindung an die angrenzenden Stadteile (KKH-Langendreer !)und benachbarten Städte (Herne II !). Diese Aspekte wurden trotz ständiger Ermahnungen gerade durch MedizinStudentInnen vom Öko-Referat (bisher TuWas) offensichtlich völlig ignoriert. Das muß sich ändern. Auch deshalb strebt die Linke Liste gerade diesen Bereich an.

Medizin und Hochschulpolitik - betrifft uns doch nicht - oder ?

Eine gewisse Unabhängigkeit von den sonst üblichen Rahmenbedingungen ist für MedizinstudentInnen zweifelsohne durch die Approbationsordnung gegeben.

Dadurch wird “Schutz” vor den schlimmsten Auswüchsen der modernen Universtätswelt gewährleistet. Aber aufgemerkt ! Dinge wie Ausbildungsförderung oder Studiengebühren betreffen jeden - da hilft auch keine AO !

Medizin und die Gesellschaft - als Studenten ?

Mehr als jede andere Gruppe der Studierendenschaft stehen MedizinstudentInnen auf Grund ihrer Ausbildung in Kontakt zum “wahren Leben”. Es ist also umso wichtiger zu gesamtgesellschaftlichen Themen klare Positionen zu beziehen. Insbesondere in der heutigen Zeit so wichtige Themen wie Sozialpolitik, Mitbestimmung und Demokratie, Feminismus und Wissenschaftskritik dürfen nicht gedankenlos abgetan werden.

Medizin und Wissenschaftskritik - Kritik am ärztlichen Handeln ?

Die Möglichkeiten der Medizin werden immer gewaltiger. Schlagwörter wie Gentechnik, Klonierung oder Eingriffe in Keimbahnen werden immer präsenter. Es ist absolut notwendig, dazu Stellung zu beziehen. Den Hoffnungen auf neue Heilverfahren steht die Gefahr gegenüber, daß die neuen Möglichkeiten zu neuen Diskriminierungen und weiteren Einschnitten in das Selbstbestimmungsrecht Betroffener führen. Medizin und Linke Liste

Augen auf : progressiv, ökologisch und kritisch bleiben : linke Liste wählen


9.Januar2002

Kopf oder Zahl ?

Brauchen wir MathematikerInnen eine studentische Interessenvertretung?

Überfüllte Hörsäle und Seminare sind zwar die absolute Ausnahme, doch dies kann nicht allein der Maßstab für die Qualität der Lehre sein. Der Lehr- amtsstudiengang in seiner derzeitigen Form ist kaum auf die Bedürfnisse der angehenden LehrerInnen ausgerichtet, obwohl die Zahl der Lehramtsstudierenden in den letzten Jahren deutlich angestiegen ist. Dabei werden qualifizierte Lehrkräfte trotz leerer Kassen dringend an den Schulen benötigt. Und wie sieht es aus mit der Frauenförderung? Etwa die Hälfte aller Studierenden an unserer Fakultät sind Frauen. So weit, so gut. Je höher man jedoch in der Hierarchie schaut, umso weniger Frauen wird man dort finden. In exponierten Stellungen wird man sie schließlich gar nicht mehr antreffen. Oder ist Euch bei uns schon einmal eine Professorin begegnet? Solche scheinbar zusammenhangslosen Probleme sind Ausdruck einer gesellschaftlichen Situation und daher nur politisch lösbar.

Politik?!

Damit haben wir MathematikerInnen doch nichts zu tun. Wir schreiben unsere Ideen, Sätze und Beweise auf, doch Konsequenzen hat dies nicht. Wer so argumentiert, weist jegliche Verantwortung von sich. Oder glaubt Ihr wirklich, die Physiker hätten die Wasserstoffbombe allein erfunden, die Ingenieure diese ganz eigenständig konstruiert?

Mathematische Forschungsergebnisse sind für die Entwicklung verschiedenster wissenschaftlicher Bereiche von entscheidender Bedeutung.

Forschung an der Uni ist nicht unabhängig von gesellschaftlichen Entwicklungen. Es besteht im Gegenteil ein direkter Einfluß durch zweckgebundene Finanzierung seitens staatlicher und wirtschaftlicher Institutionen, die sog. “Drittmittel”. Diese Art der Finanzierung erfolgt entweder über Zusammenschlüsse wie die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) oder über direkte Mittelvergabe durch Großkonzerne. Gleichzeitig zieht sich das Land aus seiner finanziellen Verantwortung immer weiter zurück und treibt dadurch die Unis und somit auch unsere Fakultät vermehrt in die Abhängigkeit der Wirtschaft. Auch die Lehrinhalte bleiben davon natürlich nicht unbeeinflußt. Wirtschaftlich nicht verwertbare, aber durchaus interessante und wichtige Themenkomplexe wie Geschichte der Mathematik oder Didaktik bleiben außen vor. Eine kritische Betrachtung von Forschungszielen und Lehrinhalten, auch von Seiten der Studierenden, ist unerläßlich. Kritische Wissenschaft gehört zu den zentralen Themen der Linken Liste, darüber hinaus wollen wir uns eingehend mit verschiedenen hochschulpolitischen und gesamtgesellschaftlichen Fragen auseinandersetzten. Wenn Ihr mehr über uns wissen wollt, dann lest doch einfach die Selbstdarstellung der Linken Liste auf dieser Seite (Kasten links) oder schaut im AStA, Raum 013 vorbei.


9.Januar2002

Alles was Recht ist

Die Mängel im Fachbereich Jura sind hinlänglich bekannt, überfüllte Hörsäle, veraltete und viel zu kleine Bibliotheken, zu wenig Geld für Lehrstühle, Arbeitsgemeinschaften und das Tutorienprogramm, dazu noch eine für 1998 bereits beschlossene “generelle Mittelkürzung” für den Fachbereich Jura. Doch unsere Kritik kann hier nicht stehenbleiben. Sich ständig verschärfende Prüfungsanforderungen lassen das Studium in der Regel nur mit einem bezahlten Repitetorium bestehen und schließen so die aus, die sich einen solchen “Luxus” nicht leisten können. Der vor einigen Jahren eingeführte “Freischuß” fördert darüber hinaus ein Schmalspurstudium, in dem Scheine “totgeschlagen” und alle kritischen Inhalte ausgeblendet werden. Interdis-ziplinarität und ein Blick „über den Tellerrand“ ist bei der gegenwärtigen Struktur des Jurastudiums unmöglich. Um dem entgegenzuwirken werden wir uns auch in Zukunft für eine Reform der juristischen Ausbildung einsetzen, die Theorie und Praxis vernetzt und die sozialen, gesellschaftlichen und politischen Bezüge des Rechts in die Ausbildung mit einbezieht.

Von den gegenwärtigen Angriffen auf den Sozial- und Bildungsektor sind wir jedoch nicht nur an der Uni betroffen. Eine sicherlich nötige Reform des Referendariats wird derzeit nur unter dem Diktat angeblich „leerer Kassen“ geführt. Immer weniger Arbeitsgemeinschaften werden angeboten. Aus Kostenersparnisgründen wird ausländischen KommilitonInnen in einigen Bundesländern der ungehinderte Zugang zum Referendariat erschwert, in anderen hat die „Reform“ des Referendariats ein Kürzung der, eh nicht sehr üppigen Bezüge um bis zu 25 % zur Folge. Dieser Entwicklung müssen wir uns schon an der Uni entschieden entgegenstellen.

Doch nicht nur im Fachbereich Jura zeigt sich, daß gegenwärtig eine Umstrukturierung des gesamten Bildungssektor im Gange ist. Das Studium soll sich in Zukunft ausschließlich an marktwirtschaflicher Verwertbarkeit der JungakademikerInnen ausrichten. Die unabhängige Finanzierung der Hochschulen und damit die Unabhängigkeit von Forschung und Lehre ist durch die sog. “Drittmittelfinanzierung” durch private Investoren gefährdet, denn wer zahlt bestimmt die Musik. Bestehende und längst nicht ausreichende Mitwirkungsrechte in den universitären Gremien sollen weiter beschnitten werden. Studien- und Examensgebühren, wie in einigen Bundesländern bereits eingeführt, und der sog. “HRG-Kompromiß”, sind längst nicht vom Tisch. Um dieser Entwicklung entgegensteuern zu können brauchen wir in Zukunft eine linke Politik an der Uni, die kritisch, parteiunabhängig und nicht auf Profilierung seiner FunktionärInnen bedacht ist.

Unsere Kritik kann jedoch nicht an den Toren der Universität halt machen, denn sie ist keine Insel im gesellschaftsfreien Raum. Die Probleme an den Hochschulen können nicht losgelöst von gesamtgesellschaftlichen Vorgängen betrachtet werden. Die Folgen der gegenwärtigen Politik in Bund und Ländern treffen nicht nur Studierende, sondern auch Arbeitslose, MigrantInnen, Behinderte und andere “marginalisierte Gruppen”. Der derzeitige Abbau im Bildungssektor geht Hand in Hand mit immer grausameren Einschnitten in das “soziale Netz”, die mittlerweile Viele an den Rand des Existenzminimums drängt, und einem rasant fortschreitenden Abbau von Grundrechten. Darum brauchen wir auch in zukunft einen linken AstA, der es uns ermöglicht, zu allgemeinpolitischen Fragen Stellung zu nehmen und auf bestehende Misstände hinzuweisen. Denn diese gehen uns alle an. Deshalb Linke Liste.


9.Januar2002

Geowissenschaften

Wer den Delegierten-Parlamentarismus frei nach dem Motto “wir sind gewählt und kennen Eure Meinung” in Frage stellt, sich unter Umständen selber engagieren möchte (und sei es nur zu einem bestimmten Thema), kann nur links wählen, denn für uns heißt Hochschulpolitik nicht Endlosdebatten im Studierendenparlament, sondern aktive politische Arbeit im AStA.

Dazu gehört eben auch die Bündelung studentischer Interessen über die Fachbereiche hinaus. Wer sich also auch dafür interessiert, was außerhalb der eigenen Mauern geschieht, deren Interessen im Fachschaftsrat vertreten werden, kommt nicht umhin, sich mit den für die Studierendenparlamentswahl antretenden Listen auseinanderzusetzen. Für Geographiestudent-Innen (geschult, global zu denken und lokal zu handeln) dürfte es nichts Neues sein, daß hochschulpolitische Themen und gesellschaftliche Strukturen miteinander verzahnt sind. Gesellschaftliche Mißstände machen nicht vor dem Elfenbeinturm Hochschule halt, so daß es absurd wäre, wenn der AStA die Augen vor gesellschaftlicher Realität verschließen würde. Gerade allgemeinpolitische Themen wie Ökologie oder Gentechnik (um nur zwei zu nennen) die auf den ersten Blick ja nun gar nicht viel mit der Uni gemein haben (nicht? wer zum Beispiel wüßte nicht gerne, ob der Sojaburger in der Mensa so entstehen durfte, wie man das von einer Sojapflanze erwartet, oder wes Forschers Kind die Tomate im Salat ist?) gehen bei genauerer Betrachtung eben doch uns alle an. Gerade in den Geowissenschaften haben “Reformen” in den letzten Jahren zu einer immer stärkeren Verschulung, vor allem des Grundstudiums, geführt. Daß bei ökologischen Fragestellungen das sture Herunterschnurren von Wissen ohne kritische Hinterfragung der Zusammenhänge wenig zweckdienlich ist, liegt auf der Hand. Wenn weitere, von der Bundesregierung angedachte Maßnahmen zu “Straffung des Studiums”, die nur auf eine möglichst effiziente Verwertung der Bildung abzielen, weitere Freiräume wegreformieren, muß der kritische Umgang mit der Wissenschaft zwangsläufig auf der Strecke bleiben.

Was beispielsweise nützt eine einseitige Betrachtung des Rot-Grün Debakels Garzweiler 2? Hier geht es eben nicht allein um die Kenntnis ökologische Auswirkungen (wie einfach wäre das). Vielmehr wird erwartet, daß auch wirtschaftliche und arbeitsplatzpolitische Argumente Gehör finden. Bei wohlwollender Betrachtung ist eben alles Geographie - oder Politik?

Gerade für Studierende dieses Fachbereiches müßte daher eine Untrennbarkeit von Hochschule und Gesellschaft deutlich sein. Wenn Ihr also der Meinung seid, daß der AStA neben der Hochschule auch andere, allgemeinpolitische Themen im Auge haben sollte, und sich neben der Hochschulpolitik auch mal ein Urteil über die gängige Sozial(abbau)politik der Bundesregierung erlauben darf (besteht da ein Zusammenhang?), solltet ihr diese Meinung bei der Wahl zum Studierendenparlament vehement vertreten, sprich links wählen. Die rechten Listen sind nämlich völlig anderer Meinung. So würde eine rechte Mehrheit im Studierendenparlament z.B. eine Entscheidung “streiken oder nicht” im Studierndenparlament abstimmen, die Uni-Vollversammlung als höchstes beschlußfähiges Gremium kommt für sie nicht in Frage. Ebenso stellen sie selbstverständlich jedes Recht auf Stellungnahme zu allgemeinpolitischen Themen in Frage.

In diesem Sinne also, geht wählen, wählt Linke Liste, laßt Euch nicht den Mund verbieten!


9.Januar2002

Landminen oder künstliche Augen?

Das eigene Verhalten und die gelehrten Studieninhalte kritisch zu hinterfragen, ist im Lehrplan der ingenieurwissenschaftlichen Studiengänge bislang nicht vorgesehen. Gerade die Verantwortung im Umgang mit dem eigenen Wissen und die potentiellen Folgen des eigenen Handelns sind als Teil der Ausbildung zukünftiger IngenieurInnen unverzichtbar.

Die möglichen Auswirkungen neuer technischer Entwicklungen auf Umwelt, Gesellschaft und zukünftige Generationen dürfen nicht außer Acht gelassen werden, weder bei der Zielsetzung privatwirtschaftlicher und staatlicher Forschung, noch bei der konkreten Verwendung von Forschungsergebnissen. All dies steht im Zusammenhang mit unserer Forderung nach einer verantwortungsvollen Umwelt- und Sozialpolitik. Zukünftige Generationen dürfen nicht unter den Folgen unseres momentanen Verhaltens zu leiden haben. IngenieurInnen müssen sich dieser Verantwortung bewußt sein, wenn sie Forschungsergebnisse zu ‘marktfähigen’ Produkten weiterentwickeln, und eben die Entwicklung dieses Bewußtseins muß fester Bestandteil des Lehrplans von Ingenieurs-studentInnen werden.

Uni demokratischer gestalten!

Die augenblickliche Zusammensetzung der Universitätsgremien ist uns ein weiterer Dorn im Auge, da die ProfessorInnen stets die absolute Mehrheit besitzen. Nichtwissenschaftliche Angestellte und vor allem Studierende sind vollkommen unterrepräsentiert und somit von Entscheidungsprozessen, die sie direkt betreffen, nahezu ausgeschlossen. Im AStA und anderen Gremien werden wir auf die Viertelparität (gleiche Stimmenzahl für ProfessorInnen, Studierende, technische und Verwaltungsangestellte und wissenschaftliche MitarbeiterInnen) in universitären Gremien hinarbeiten. So könnten Studierende beispielsweise endlich ernstzunehmenden Einfluß auf Prüfungs- und Studienordnungen ausüben.

Die Universität als Angelpunkt der Verbreitung, der Erweiterung und des Austauschs von Wissen darf nicht isoliert von der Gesellschaft betrachtet werden. Sie stellt vielmehr ein Spiegelbild der Gesellschaft dar, in dem sich die Probleme derselben wiederfinden. So erhalten z.B. ausländische Studierende (vor allem aus Nicht-EU-Ländern) nur befristete Aufenthalts- und beschränkte Arbeitsgenehmigungen, BAföG bekommen sie auch nicht. Wer ‘zu lange’ (mehr als zehn Semester) studiert, wird abgeschoben. Die genannten Sonderregelungen für ausländische Studierende stellen nur einen kleinen Teil der durch Politik, Medien und Öffentlichkeit betriebenen Diskriminierung ausländischer MitbürgerInnen dar. Die unbedingt notwendige Gleichstellung nichtdeutscher mit deutschen Studierenden an den Hochschulen muß deshalb einhergehen mit der Abschaffung jeglicher Benachteiligung Nichtdeutscher in unserer Gesellschaft.

Diese Beispiele zeigen, daß sich Bildungs- und Gesellschaftspolitik nicht trennen lassen, auch wenn dies die rechten Hochschulgruppen immer wieder behaupten. Ein linker AStA, wie wir ihn anstreben, setzt sich für die vielfältigen Belange der Studierenden ein, nicht nur beschränkt auf die Uni, sondern stets in engem Zusammenhang zu Politik und Gesellschaft. Zu den Studierendenparlamentswahlen Ende Januar tritt erstmalig das Wahlbündnis „linke Liste“ an. Sowohl Kritik an Politik und Gesellschaft als auch die Fähigkeit zur Selbstkritik eines/r jeden einzelnen stellen eine wesentliche Grundlage unserer politischen Arbeit dar. Die „linke Liste“ will an der RUB den Widerstand organisieren gegen die anstehenden Umstrukturierungen des Hochschulwesens, die zur Entdemokratisierung, Verschulung, Ausschließungen und der Austreibung der Kritik aus der Wissenschaft führen.

Deshalb: Tu was und wähle „linke Liste“!!!


9.Januar2002

Die Chemie muß stimmen

Was läuft schief in NC?

Vorgaben aus Düsseldorf zur Senkung von Studienaufwandszeiten und Stoffmenge (z.B. Eckdatenverordnung) wurden in NC kaum umgesetzt - wir alle kennen z.B. die Grundkursübungen, die offiziell nicht zum Studienstoff gehören, deren Besuch aber trotzdem faktisch unvermeidbar ist. Die stundenplanartige Abstimmung vieler Lehrveranstaltungen bringt zwar für die meisten Zeitgewinn, erschwert aber die Organisation anderer Aktivitäten wie z.B. Protest (LehramtsstudentInnen und Leute, die nebenbei arbeiten müssen oder durch vergeigte Prüfungen aus dem Plan rausfallen, haben durch die stundenplanartige Organisation im Grundstudium viele Nachteile).

Da für uns Jobben neben dem Studium schwieriger ist, treffen drohende Studiengebühren und die ständige Bafög-Kürzung per Inflation, steigende StudentInnenzahlen und Verschärfungen NC-Studis besonders hart. Die Ausstattung z.B. vieler Praktika spottet jeder Beschreibung. Aber die übervollen Hörsäle und Praktika, gegen die in den G-Gebäuden protestiert wurde, gibt es bei uns schon seit vielen Jahren nicht mehr und steht uns erst dann wieder bevor, wenn das Land geplante Fakultätsschließungen durchführt. Jährlich schreiben sich weniger StudentInnen für Chemie ein und um die Streichung entsprechender Prof-Stellen sind wir meist herumgekommen. Ein Grund liegt auf der Hand: Über 5000 promovierte ChemikerInnen tummeln sich bereits bei den Arbeitsämtern. 80 000 Arbeitsplätze wurden allein bei BASF, Bayer und Höchst abgebaut (deren Gewinne jetzt neue Rekordmarken erreichen). Insbesondere über ihre Einflußmöglichkeiten via Drittmittel hat die deutsche Industrie mit geringen eigenen Kosten viele Entwicklungsprojekte auf die öffentlich finanzierten Hochschulen verlagert und zehntausende Arbeitsplätze in den eigenen Forschungsabteilungen vernichtet. Die wenigen Neueinstellungen in der Industrie sind fast ausschließlich Promovierte, obwohl die Industrie gleichzeitig selbst beklagt, der Doktortitel bringe kaum zusätzliche Qualifikation und verlängere das Studium unnötig.

Schlechte Jobchancen gibt es in den Geisteswissenschaften schon länger - und trotzdem explodieren dort die StudentInnenzahlen. Was ein Indiz ist, daß unser Studiengang zu unattraktiv ist. Auch allein der Jobperspektive wegen ist unverständlich, warum die Kombination des (Bio-) Chemiestudiums mit etlichen anderen Fächern (z.B. Sprachen, Sozial- bzw. Wirtschaftswissenschaften, Jura usw.) uns so schwer gemacht wird bzw. kaum Angebote existieren. Oder warum der Umweltbereich bei uns fast keine Rolle spielt. Nicht ein Prof arbeitet schwerpunktmäßig zu Umweltthemen. Das höchste der Gefühle im Grundstudium ist ein Reaktionsmechanismus zur Ozonspaltung und früher 15 Minuten in der Einführungswoche, um uns zu beweisen, daß die Chemieindustrie in Sachen Umweltschutz eh schon eher zu viel tue. Etwas mehr Kritik fänden wir im Studium ganz angebracht, schließlich erhebt die Universität ja den Anspruch, mit der Ausbildung einige von uns an wichtige Entscheidungsstellen der Gesellschaft zu bringen. Warum also nicht nur die Nernst-Gleichung lernen, sondern auch kritisisch thematisieren, daß Walter Nernst mit dem Flammenwerfer eine der grausamsten Waffen des 1. Weltkriegs einsatzfähig machte? Oder der nationalistische Fanatiker Fritz Haber (der vom Haber-Bosch-Verfahren) massiv für den Einsatz und die Entwicklung von Giftgas kämpfte? Warum kommt im Chemiestudium nicht vor, wie die ausgebildeten Chemiker im IG-Farben-Vorstand die NSDAP unterstützten und den Angriffskrieg vorbereiteten wie auch das Zyklon B produzierten? Daß der Konzern ein Werk in Auschwitz baute zur Vernichtung der Häftlinge durch Arbeit und konzerneigene KZs betrieb? Was deutsche Chemiekonzerne z.B. in Lateinamerika mit hier verbotenen Stoffen und fehlenden Sicherheitsbestimmungen anrichten, fehlt in unserer Ausbildung. Stattdessen, ließe sich polemisch formulieren, fördern viele Praktika die Einstellung “Meßergebnisse sollte man heimlich nachbessern” oder “Abfälle kippt man schnell weg, wenn keiner hinguckt, denn für’s Entsorgen fehlt die Zeit”.

Um daran was zu ändern, reicht es nicht, die Linke Liste zu wählen. Schließlich geht es bei den anstehenden Wahlen um den uniweiten AStA, die Vertretung aller StudentInnen. Aber die nächste Studierendenvertretung soll unserer Meinung nach alles andere als losgelöst von den Problemen der Fachbereiche sein. Wir Kandidatinnen von der Linken Liste im NC-Bereich wollen deshalb ein paar Diskussionen anstoßen und ein bißchen stärker ins Gespräch kommen über das, was uns hier in der Chemie und Biochemie betrifft. Dazu sind wir in den nächsten Tagen an unserem Infotisch in der Cafete ansprechbar und wir hoffen, vielleicht so etwas wie einen NC-Arbeitstkreis auf die Beine gestellt zu bekommen. Dafür müßt Ihr Euch beteiligen - und z.B. am Infotisch vorbeischauen oder bei einem Treffen der Linken Liste, je Dienstags 18 Uhr vor GC 04 / 150.


9.Januar2002

Wir in ND

aktive BiologInnen ins Studierendenparlament

Wahrscheinlich deswegen, weil diese Leute nicht etwa wirklich unsere Interessen vertreten wollen, sondern lediglich um ihre Pöstchen im AStA bangen. Diese müssen um jeden Preis verteidigt werden, um später als SPD-Profis mit einer Politkarriere glänzen zu können. Prima, das ist ja die optimale Ausgangsposition für ein Sesselchen im Landtag! Das ist sicherlich schön für diese Leute, bloß haben wir leider überhaupt nichts davon.

Im Gegensatz dazu existieren in der Biologie tatsächlich einige Menschen, die sich ernsthaft für Eure Belange einsetzen und das erstaunlicherweise nicht nur während des Wahlkampfs, sondern kontinuierlich seit Jahren.

Wer sind diese Leute und was machen sie für Euch?

Wir sind einige Biostudis, die seit Jahren in der biologischen Fakultät und darüber hinaus aktiv sind. Hierzu zählt beispielsweise die Arbeit im Euch sicherlich nicht unbekannten Fachschaftsrat. Die wichtigsten Aufgaben sind, um nur einige zu nennen, aktive und kontinuierliche Interessensvertretung, individuelle Beratungen und Problemhilfe (bezüglich Eures Studiums und darüber hinaus) sowie die Arbeit in diversen Fakultätsgremien.

Was ist in der letzten Zeit für Euch erreicht worden?

Da wäre zunächst einmal die neue Studienordnung, von der sämtliche Diplom-BiologiestudentInnen des Grundstudiums betroffen sind. Hier wurde in zähen Verhandlungen mit den Professoren in über 60 strittigen Punkten die maximal beste Lösung durchgesetzt. In nächster Zeit wird auch die Lehramtsprüfungsordnung geändert, wobei jetzt schon erneute zähe Verhandlungen abzusehen sind, an denen wir uns selbstverständlich wieder beteiligen.

Weiterhin habt Ihr es unserem Einsatz zu verdanken, daß Ihr im Hauptstudium eine wesentlich größere Wahlfreiheit bei den G- und S-Blöcken habt (es sind nicht mehr 4 G-Blöcke Pflicht). Außerdem ist es uns in unserer Fakultät erstmalig gelungen die Position einer Vertrauensfrau, die für die Probleme der Studierenden immer ansprechbar ist und sich auch einsetzt, zu etablieren.

Während des Streiks konnten zwar im Vergleich zu anderen Fakultäten nicht so viele Aktionen durchgeführt werden, (was auch beim Umgang mit lebenden Organismen, die nicht mal einige Wochen aufs Eis gelegt werden können, nicht verwundert) aber immerhin ist es uns gelungen, auf unbürokratischem Wege zu erreichen, daß für die TeilnehmerInnen der Streikaktionen keine Fehlzeiten bei den Praktika angerechnet wurden.

Was ist für die Zukunft geplant?

Hier möchten wir nur unsere wichtigsten Ziele nennen und nicht auf Selbstverständlichkeiten wie die tägliche Routinearbeit hinweisen. Zunächst halten wir es für wichtig, daß dem geplanten Stellenabbau bei den Jobs für studentische Hilfskräfte im besonderen und dem generellen Stellenabbau im allgemeinen an unserer Fakultät entgegengewirkt wird. Auch gibt es an der biologischen Fakultät seit Jahren Diskussionen über die Problematik des „Tierverbrauchs“. Da sich die Diskussion zwischen GegnerInnen und BefürworterInnen immer mehr polarisiert hat, versuchen wir diese auf eine sachliche Ebene zurückzuführen. Dazu ist im Sommersemester eine Podiumsdiskussion mit VertreterInnen der Professoren, der Tierschutz-AG, Sachverständigen wie dem Tierschutzbeauftragten sowie Studierenden geplant. Diese Veranstaltung wird selbstverständlich für alle offen sein.

Darüber hinaus sind wir der Meinung, daß viele Probleme in Zusammenarbeit mit anderen Fachschaften uniweit besser zu lösen sind. Da uniweite Problemstellungen eigentlich in Zusammenarbeit mit dem AStA gelöst werden sollten (wie z.B. auf dem Ökolo-giesektor), dies aber durch die derzeitige Untätigkeit einer bestimmten AStA-tragenden Liste erfolgreich verhindert wird, glauben wir daß es dringend erforderlich ist, diese Leute durch aktive kompetente FachschafterInnen zu ersetzen. Wenn Ihr unseren Argumenten zustimmen könnt, dann wählt die linke Liste, denn wir sind nicht nur kurz während des Wahlkampfes aktiv, sondern waren und sind immer für Euch da!


8.Januar2002

Danke

an die WählerInnen der Linken Liste

Mit einer Wahlbeteiligung von 14,15 % (16,7% im Vorjahr) endeten die Wahlen zum 31. Studierendenparlament der RUB am Freitag. Das Studierendenparlament, das in der letzten Woche gewählt wurde, wählt den AStA, beschließt über den Haushalt und kontrolliert die Arbeit des AStAs.

Der AStA ist die zentrale Institution der studentischen Selbstverwaltung auf Uni-Ebene. Die verschiedenen Referate, in die er unterteilt ist, werden von den Listen besetzt, die im StuPa - eventuell als Koalition - die Mehrheit bilden.

Die Linke Liste ist mit 13 Sitzen die stärkste Liste im StuPa und bedankt sich für Eure Stimmen. Für uns ist dieses Wahlergebnis ein Riesenerfolg und wir werden im nächsten AStA einige positive Veränderungen vornehmen.

Wir streben an, die Koalitionsverhandlungen schnell zu beenden und werden uns dafür einsetzen, so bald wie möglich einen linken Bündnis-AStA zu bilden.

Die Treffen der Linken Liste finden jeweils Dienstag, um 18 Uhr im StudentInnenhaus, Raum 012/013 (Infotelefon: 0234/7002313)statt.