1.Mai2009
Gender-Trouble-Shooter
Für einen Campus freier Individuen
Ein näherer Blick auf die Gesellschaft zeigt, dass sich die Gleichberechtigung der Geschlechter zwar rechtlich durchgesetzt hat, jedoch nicht in den Köpfen und strukturell. Sowohl Statistiken (z. B. über den Frauenanteil in Führungspositionen oder den Männeranteil am Erziehungsurlaub), als auch der alltägliche Sexismus zeigen, dass die Gleichberechtigung noch lange nicht erreicht ist. Zudem zeigt die weitverbreitete Homophobie, wie gering die Akzeptanz für und wie groß der latente Hass gegen andere Formen der Sexualität ist. All dies lässt sich auf die an den gesellschaftlichen Verhältnissen abgelesene Vorstellungen zurückführen, Frauen seien nun mal „von Natur aus“ anders als Männer und es gebe dementsprechend eben auch Berufe und Aufgaben, für die Frauen oder Männer jeweils besser geeignet seien. Ähnlich wird auch nur die Heterosexualität als normal empfunden und Homosexualität als unnatürliche Abweichung davon betrachtet.
On ne naît pas femme: on le devient
Das Problem springt ins Auge: Auch wenn es notwendig und richtig ist, sich für eine Gleichberechtigung von Frauen sowie nicht-heterosexuellen Menschen einzusetzen, darf die Kritik an der Gesellschaft hier nicht enden, da damit nur die offensichtlichen Wirkungen, nicht jedoch die Ursachen erkannt und bekämpft werden. Denn nicht die ungleiche Behandlung der Geschlechter und Sexualitäten führen zum sexistischen und homophoben Normalzustand – es liegt viel grundlegender an der gesellschaftlich verankerten Vorstellung, dass es eine natürliche Trennung und Aufteilung aller Menschen in zwei Geschlechter gibt, die notwendig heterosexuelle Beziehungen zur Folge haben. Wie es schon Simone de Beauvoir auf den Punkt gebracht hat: „Man wird nicht als Frau geboren; man wird es.“ Hier wird klar, dass sie bereits erkannt hat, was viele noch erkennen müssen: Geschlechtsspezifische Eigenschaften und Fähigkeiten sind nicht natürlich, sondern haben ihren Grund in einer gesellschaftlich gemachten Zuschreibung. Damit es also zu einer wirklichen Gleichberechtigung aller Menschen kommen kann, müssen die bestehenden Geschlechter- und Sexualitätskonzepte hinterfragt und überwunden werden. Die binäre Vorstellung von „Mann“ und „Frau“, und damit einhergehend von „Heterosexualität“ muss als ein Konstrukt erkannt werden, um die Ausgrenzung einer Vielzahl anderer Formen der Geschlechtlichkeit und Sexualität zu beenden. Es müssen Ursachen dafür identifiziert werden, was die Überwindung bestehender Geschlechter- und Sexualistätskonzepte strukturell hindert: nämlich die bürgerliche Vergesellschaftung, die keine freie Entfaltung des Individuums ermöglicht. Die Einteilung aller Menschen in diese Kategorien ist eine abstrakte, willkürliche Setzung, die eine historisch gewordene gesellschaftliche Struktur darstellt. Um eine Assoziation freier Individuen möglich zu machen, ist nicht einfach die Gleichberechtigung von Mann und Frau erforderlich, sondern das Ablegen dieser Vorstellung und das Aufheben der ihr zugrunde liegenden Verhältnisse.
Unsere Ziele
Uns als Linker Liste ist es deswegen nicht nur wichtig, uns für Gleichberechtigung an der RUB und darüber hinaus einzusetzen, sondern auch, den notwendigen weiteren Schritt zu tun und ein Bewusstsein für die gesellschaftliche Konstruiertheit der Geschlechter und Sexualitäten zu schaffen. Deswegen unterstützen wir nicht nur aktiv das autonome FrauenLesben- und das autonome Schwulenreferat, sondern organisieren als Teil des AStAs Veranstaltungen, die sich mit Geschlechtlichkeit und Sexualität beschäftigen und Theorieansätze präsentieren, mit denen die gesellschaftlichen Zusammenhänge, die Ursache dafür sind, erklärt werden können.
1.Mai2009
Linke Liste
für euch aktiv im AStA | Grill-Party am 4. Mai vor dem Tutorienzentrum
Da leider auch ein politisch links stehender AStA nichts ohne die nötigen Finanzmittel bewegen kann, freuen wir uns, in diesem Semester den verantwortungsvollen Posten des Finanzreferenten stellen zu können. Dazu gehörte für uns die Aufstellung eines sparsamen und durchdachten Haushalts, der die Unterstützung von vielfältigen Initiativen auf dem Campus und darüber hinaus sichert sowie die Durchführung von Aktionen gegen Studiengebühren und Veranstaltungsreihen ermöglicht. Dabei ist es uns gelungen, die finanzielle Belastung für die Studierenden trotz Finanzkrise und dem 250.000 €-Verlust der Mensa-Party des Juso-AStA von 2007 minimal zu halten.
Culture & Critix 2009
Zwei weitere Schwerpunkte unserer Arbeit sind die Durchführung von kulturellen und politischen Veranstaltungen: Zum einen sind wir im Kultur-Referat vertreten und fördern studentische und alternative Bands sowie andere kulturelle Aktivitäten. In diesem Sinne sind wir auch maßgeblich an der Organisation des Campusfests und hier insbesondere der Bühne auf dem Nordforum beteiligt. Außerdem findet in diesem Jahr die, von unseren ReferentInnen für Kritische Wissenschaft (KriWi) organisierte, Veranstaltungsreihe CRITIX 2009 statt, die sich unter anderem mit den Themen Psychoanalyse, Kreationismus und Antisemitismus beschäftigen wird.
Sozialleistungen ausbauen, gegen Nazis aktiv werden und was es sonst noch gibt
Durch unsere solide Haushaltsführung im letzten Jahr sind wir dazu in der Lage uns für Euch stärker sozial zu engagieren. So konnten wir die Sozialleistungen für ausländische Studierende deutlich ausbauen und zusätzlich können wir in den kommenden Semestern einer weit höheren Zahl bedürftiger Studierender als bisher ihren Sozialbeitrag zurück erstatten. Im Referat für Grund- und Freiheitsrechte (GruF) setzen wir uns, wie im Wahlkampf versprochen, dafür ein, dass der antisemitischen „Bürgerrechtsbewegung Solidarität“ (BüSo) nicht länger in unmittelbarer Nähe des Campus ein Forum für ihre zweifelhaften Inhalte geboten wird. Darüber hinaus werden die ReferentInnen des GruF im Wintersemester, in Zusammenarbeit mit dem autonomen FrauenLesben-Referat, eine genderkritische Veranstaltungswoche organisieren, die durch weitere Veranstaltungen zum Geschlechterverhältnis im Lauf des Jahres ergänzt wird. Aber auch der Antifaschismus wird darüber nicht zu kurz kommen, wir werden uns weiterhin aktiv gegen alte und neue Nazis vorgehen und zudem eine theoretische Auseinandersetzung mit diesem Thema möglich machen.
LiLi is not an alien – try a contact!
Wenn euch diese kurze, aber längst nicht vollständige Übersicht unserer Projekte zusagt, ihr uns sagen wollt, was man besser machen könnte oder ihr selbst Lust habt, bei uns aktiv zu werden, dann kommt doch einfach zu dem Grillen am 04. Mai ab 18 Uhr auf die Wiese vor dem Tutorienzentrum (zwischen MA und GA). Auch für veganes und vegetarisches Essen wird gesorgt sein! Wir freuen uns selbstverständlich über alle interessierten Studierenden, die sich in die linke Uni-Politik einbringen oder sich einfach nur informieren wollen!
24.April2009
Linke Liste weiterhin im Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) vertreten
Mit 22 von 35 Stimmen wurde Karsten Finke (GHG) neuer Vorsitzender und löste damit seinen Vorgänger Sven Ellmers (LiLi) im Amt ab. Zum neuen Finanzreferent wurde Jonas Molitor (LiLi) mit 23 Stimmen gewählt. Darüber hinaus ist die Lili in den Referaten für Service, Hochschulpolitik, Kultur und Wohnen, Frieden und Antirassismus, Kritische Wissenschaften sowie Grund- und Freiheitsrechte vertreten.
Damit kann die Lili ihre erfolgreiche Arbeit des letzten Jahres fortsetzen, indem erneut mit einer soliden Haushalts- und Finanzpolitik die Zuschüsse für Initiativen auf dem Campus und darüber hinaus gesichert bleiben. Außerdem wird es, wie bereits im letzten Jahr, eine wöchentliche Veranstaltungsreihe (CRITIX 2009) mit spannenden Vorträgen zu einer Vielfalt politischer, kultureller und wissenschaftlicher Themen geben. Auch die Service-Angebote des AStA werden in diesem Semester mit Hilfe der LiLi-Referenten ausgebaut und erweitert; als Ansprechpartner bleiben wir für alle emanzipatorischen Initiativen auf dem Campus und in der Stadt im Referat für Grund- und Freiheitsrechte die erste Anlaufstelle.
Die Referentinnen und Referenten der LiLi freuen sich daher auf eine arbeitsreiche und sicherlich auch erfolgreiche weitere Amtsperiode in der wir uns bemühen werden, die Interessen der Studierenden nach Kräften zu vertreten und möglichst viele greifbare Verbesserungen des Uni-Alltags umzusetzen.
1.Februar2009
Rot-Grün mal anders!
Große Verlierer der Wahl sind die vier parteinahen Gruppen LHG, Jusos, TuWas und RCDS. Während die Liberale Hochschulgruppe (LHG) im NC-Gebäude einen Großteil ihrer Stimmen an die neu gegründete Liste der Naturwissenschaftler (NaWi) verlor und damit nur noch zwei SP-Sitze errang (-1), brachen die Jusos, die bereits im letzten Jahr durch die Mensaparty von 10 auf 4 Sitze abgestürzt waren, mit nun zwei Sitzen erneut ein (-2). Der Stimmenverlust der Jusos kann nur zum Teil durch die Neugründung der zweiten sozialdemokratischen Liste erklärt werden. Die dem rechten Flügel der SPD nahestehende Gruppe TuWas erhielt nämlich nur einen Sitz. Eine Enttäuschung dürfte auch das Ergebnis für die Anhänger des Ring Christlich Demokratischer Studenten (RCDS) gewesen sein: Einerseits konnte der Rechtsausleger mit fünf Sitzen zwar leicht zulegen (+1), andererseits sind 12 Prozent der Stimmen für eine CDU-Hochschulgruppe ein durchaus miserables Ergebnis.
Mit viel Spannung wurde das Ergebnis der kleineren Listen erwartet. Die Liste „Das Beste“ – ein Zusammenschluss aus „Liste der Herzen“ und „Rubtulpen“, die 2007 jeweils einen Sitz erringen konnten – verfehlte mit 65 Stimmen deutlich einen Parlamentssitz. Die vor allem in der NC-Urne starke NaWi erreichte hingegen auf Anhieb gleich zwei der begehrten Plätze im SP.
29.Januar2009
Kultur 2009
Im vergangenen Jahr war die Linke Liste im Kultur-Referat des AStA vertreten. Dass dabei keine überdimensionalen Shows mit kommerziellen Popstars herausgekommen sind, war von uns gewollt. Für uns ist es viel wichtiger, jungen und weniger bekannten Künstlern, besonders auch aus den Reihen der Studierenden, eine Plattform zu bieten. Wir wollen nicht nur dabei helfen, die Parties der Fachschaften möglich zu machen, sondern stehen auch selber im aktiven Kontakt mit den vielen kulturellen Initiativen auf dem Campus – beispielsweise dem Videofestival, dem Studienkreis Film (skf), der Literaturgruppe treibgut oder dem Theaterfestival megafon, um nur einige zu nennen. Mitglieder der Linken Liste sind ebenfalls im Internationalismus sowie im autonomen AusländerInnenreferat vertreten und sorgen dafür, das kulturelle Angebot an der RUB durch internationale Veranstaltungen zu ergänzen.
Kulturelle Vielfalt fördern!
Auch an der Vorbereitung des diesjährigen Campusfestes waren wir beteiligt - und es wurde ein voller Erfolg. Im Mittelpunkt standen dieses Mal die GewinnerInnen des jährlichen Bochumer Newcomer Festivals, das das AkaFö-Kulturbüro boSKop in Zusammenarbeit mit dem AStA organisiert. An diesem Beispiel lassen sich zwei Aspekte der Kulturarbeit der Linken Liste sehr gut aufzeigen – die Unterstützung vielversprechender KünstlerInnen und die Kooperation mit unterschiedlichen Gruppen in Bochum – um die Vielfalt zu erhalten und zu fördern!
Das kann doch nicht alles sein!?
Kultur besteht nicht nur aus Konzerten und wilden Parties. Durch Zusammenarbeit verschiedener Lili-ReferentInnen des AStAs, zum Beispiel aus dem Referat für Kritische Wissenschaft und dem Referat für Grund -und Freiheitsrechte, haben wir im vergangenen Jahr die Veranstaltungsreihe Politischer Dienstag, auch bekannt als „Poldi“, wieder etabliert: nahezu jeden Dienstag während der Vorlesungszeit wurde eine Veranstaltung angeboten – häufig waren es Vorträge, aber auch Lesungen und Filmvorführungen zu verschiedenen politischen, philosophischen oder gesellschaftlichen Themen.
Kurz gesagt:
Kulturarbeit ist für uns dann erfolgreich, wenn es gelingt, dauerhaft ein vielfältiges und abwechslungsreiches Angebot möglich zu machen. Deshalb wollen wir unsere Arbeit des vergangenen Jahres weiterführen, aber auch erweitern. In einem AStA, an dem wir beteiligt sind, wird euch das Kulturcafé und das AZ auch weiterhin für Parties oder andere Veranstaltungen zur Verfügung stehen. Gleichzeitig arbeiten wir daran das Angebot durch weitere Ideen zu ergänzen. Für Vorschläge sind wir selbstverständlich immer offen! Schaut einfach doch mal in den AStA rein und mischt mit!
29.Januar2009
Antifaschismus mit der LiLi
Am 25.10. letzten Jahres hatte die NPD ein weiteres Mal versucht, mittels einer Demonstration durch die Bochumer Innenstadt ihre rassistischen und antisemitischen Inhalte öffentlich zu verbreiten. Um den Rechten diese Plattform streitig zu machen, hatten sich die Referenten der Linken Liste im Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) dafür eingesetzt, die Aktivitäten gegen den rechten Aufmarsch auf verschiedenen Ebenen zu unterstützen. Obwohl die Demonstration der NPD wegen der starken Polizeipräsenz zum Schutz der Rechten nicht verhindert werden konnte, wurde durch die Gegenmaßnahmen ein wichtiges Zeichen gesetzt. Es ist ein wichtiges Anliegen der Linken Liste, dass die Aktionen und Propaganda der extremen Rechten nicht unkommentiert hingenommen werden.
Das Problem an der Wurzel fassen
Versatzstücke extrem rechten Gedankenguts sind allerdings auch in der Mitte der Gesellschaft zu finden. Daher hat sich die Linke Liste im letzten AStA darum bemüht, im Rahmen des wöchentlichen „Politischen Dienstags“ (PolDi) auch über die Entstehungsbedingungen von Antisemitismus, Rassismus, Sexismus usw. aufzuklären. In diesem Rahmen wurden im letzten und aktuellen Semester Veranstaltungen zu den Themen kritische Theorie, Rechtsrock, Psychoanalyse und vielen weiteren Ansätzen und Schwerpunkten organisiert. Auch außerhalb der Uni haben wir die linke Bildungsarbeit nicht aus den Augen verloren: Im letzten Sommer haben die LiLi und der AStA die Organisation des NRW-weiten Antifacamps in Mülheim entscheidend unterstützt. Dort gab es sowohl niedrigschwellige Einführungsveranstaltungen, als auch komplexe Vorträge zu diversen Aspekten von Antifaschismus und Gesellschaftskritik.
Raum für Diskussionen
Im Referat für kritische Wissenschaften geben die ReferentInnen der LiLi die Publikation „decrypt – Zeitschrift für Diskussion und Praxis“ heraus, von der bereits drei Ausgaben erschienen sind und die großen Anklang gefunden hat. Inhaltlich setzt sich das Heft mit aktuellen Entwicklungen in der Nazi-Szene, aber auch mit theoretischen Diskussionen – etwa zur Finanzkrise oder zur völkischen Ideologie der Vertriebenenverbände – auseinander. Darüber hinaus wurde auch antifaschistischen Gruppen aus der Umgebung die Möglichkeit gegeben, eigene Veröffentlichungen über Nazistrukturen vor Ort drucken zu lassen.
Build a team – start the action
Die Linke Liste begrüßt die Gründung der „Offenen Uni Antifa“, die sich vor wenigen Tagen auf dem Campus zum ersten Mal traf. Wir möchten im kommenden Semester die Arbeit dieser Gruppe aus dem AStA heraus tatkräftig unterstützen und vielleicht auch gemeinsame Aktionen durchführen. Ihrem Selbstverständnis nach setzt sich diese neue Gruppe sowohl aus interessierten KommilitonInnen, als auch aus engagierten Leuten aus der Stadt zusammen. Dies halten wir für einen guten Ansatz, da hierdurch die lokale Vernetzung antifaschistischer Arbeit gestärkt wird. Für eine sinnvolle Verbindung von Theorie und Praxis
Die Linke Liste wird ihr antifaschistisches Engagement auch im nächsten Jahr fortsetzen, damit alle Studierenden (egal, woher sie kommen und wie sie aussehen) an einer Uni und in einer Stadt studieren können, an der sie keine Übergriffe oder Diskriminierungen durch extreme Rechte fürchten müssen. Kein Fußbreit den Faschisten - an der Uni und sonstwo!
27.Januar2009
Jargon der Kompetenz
Gesellschaftskritisches Engagement wird mit der liberalen Rethorik des jungen, dynamischen Machers pauschal mit weltfremden Umtrieben gleichgesetzt. Man selbst inszeniert sich als besonders kompetente und motivierte Truppe, die mit einem sog. "Kern-AStA" das wichtigste studentische Sprachrohr flurbereinigen will. Ziel ist eine pragmatisch reduzierte Politik der Machbarkeit. Es geht um die fortgeschrittene ökonomische Zurichtung der Hochschule auf die Ansprüche der freien Wirtschaft.
Für uns entzieht sich aber gerade das, was kritische Wissenschaft heißt, einem rigiden Finanzierungsvorbehalt. Hier geht es nämlich um’s Durchschauen der gesellschaftlichen Mechanismen, die uns Studierenden eine selbstbestimmte Organisation von Wissenschaft verunmöglichen. Ein Treppenwitz sondergleichen ist übrigens die Denunziation der AStA-Tätigkeit als sinnlose "Verschwendung" von Geldern: denn vom Sozialbeitrag (225 Euro) gehen lediglich 12 Euro an den AStA (und davon weniger als 50 Cent in die Förderung kritischer Wissenschaft).
Und auch zur angepriesenen "Transparenz" bei der Verwendung der Studiengebühren lässt sich sagen: Wer diese mit einem lässigen Management-Vokabular verklärt, nimmt sie schon billigend in Kauf. Wir diskutieren die Studiengebühren nicht unter dem Aspekt der "effektiven Allokation", sondern fordern ihre Abschaffung.
Zudem wollen wir aufklären über die Bedeutung der konsekutiven Bachelor/Master-Studiengänge in ihrem Zusammenhang mit der technokratischen Hochschulreform, die durch eine radikale Zergliederung und Modularisierung das gesellschaftliche Wissen entqualifiziert und es nur nach Kriterien des anonymen Marktes gelten lässt.
Und ein letztes: den etwas vorlauten KommilitonInnen, die mit hastig verteilten Flugblättern uns als "linksextremistisch" oder "kommunistisch" schelten, sei gesagt, dass wir uns auf solche Schlagwörter nicht einlassen werden. Damit kann man vielleicht vorhandene Vorurteile wecken; eine offene Auseinandersetzung sieht jedoch anders aus. Wir wollen Räume schaffen für eine möglichst breite Diskussion über unser Studium und die Rolle der Universität in der Gesamtgesellschaft. Der manipulative Jargon aufstrebender Berufspolitiker befördert hingegen die Entpolitisierung der Hochschule.
22.Januar2009
Victim Survey der Kriminologie – Gute Absichten, problematische Umsetzung
Beste Absichten
Das Vorhaben, das Thema sexueller Übergriffe im universitären Umfeld durch eine empirische Untersuchung in den Mittelpunkt öffentlicher Aufmerksamkeit zu rücken, ist zweifellos äußerst begrüßenswert. Zudem ist sie für die Betroffenen möglicherweise eine Chance, über dieses oft tabuisierte Thema zu sprechen und aus der Anonymität zu treten. Ebenfalls positiv ist die offensichtliche Intention zu bewerten, durch die Ergebnisse dieser Forschung den Umgang der staatlichen Organe mit den Opfern zu verbessern. Der Tenor der Befragung schien nämlich in die Richtung zu gehen, durch das professionellere Verhalten der Beamten die Hemmung zu einer Anzeige der Tat abbauen zu wollen.
Nur Frauen können Opfer sein...
So weit, so gut, könnte man meinen und an den oben beschriebenen Intentionen ist kaum etwas auszusetzen. Die Probleme beginnen jedoch bei dem durch die Umfrage angesprochenen Personenkreis: Mit viel Aufwand wurden die Fragebögen an alle 15.621 Studentinnen der RUB verschickt, so dass knapp die Hälfte von euch die Möglichkeit hatte, an dem „Victim Survey“ teilzunehmen. Als Mann hingegen war „mann“ von vornherein von der Umfrage ausgeschlossen: Wer in der Online-Version sein Geschlecht als „männlich“ angab, konnte nicht teilnehmen. Auch wenn es sein mag, dass die Zahl der männlichen Opfer sexueller Gewalt weit hinter jener der weiblichen Opfer zurückbleibt, halten wir diesen Ausschluss für falsch. Zum einen wird den potentiellen männlichen Betroffenen die Ernsthaftigkeit ihrer Erfahrung abgesprochen, zum anderen wird die problematische Gleichsetzung „Opfer = Frau“ postuliert.
...und nur Männer Täter?!
Das ist nicht alles: Die Fragen des Survey waren so formuliert, dass als Täter stets ein Mann dargestellt wurde. Auch hier findet eine unzulässige Generalisierung vom statistischen Normalfall statt. In Verbindung mit der Unterstellung der Weiblichkeit der Opfer ergibt sich damit eine vorausgesetzte Heterosexualität von Tätern und Betroffenen. Diese Ignoranz gegenüber sämtlichen anderen Sexualitäten, wobei neben Hetero- und Homosexualität noch etliche weitere real und denkbar sind, ist sehr problematisch. Allzu oft werden durch herrschende heteronormative Sprach- und Denkstrukturen alle anderen Möglichkeiten und Alternativen verdrängt und marginalisiert. Dies geschieht nicht nur im Alltag, sondern findet offensichtlich Eingang auch in den akademischen Diskurs.
„She has sex, but no particular gender“
– dieser Spruch über Marlene Dietrich drückt für uns eine progressive Position aus. Denn im Kontrast zu den oben beschriebenen Problemen, auf die leider jeder stößt, der mit offenen Augen durch den Uni-Alltag geht, steht die Linke Liste für eine konsequente Gleichberechtigung aller Geschlechter und sexueller Ausdrucksformen. Daher haben wir auch die Kritikpunkte an das Institut für Kriminologie weitergegeben und eine positive Rückmeldung erhalten. So ist zumindest zu hoffen, dass in der nächsten Umfrage nicht nur heterosexuelle Übergriffe Berücksichtigung finden.
22.Januar2009
10 gute Gründe LiLi zu wählen
1. Finanzen sichern
Wir stehen für solide Finanzen. Als wir den AStA Anfang 2008 übernahmen, hatte er, auf Grund der missglückten Mensaparty der abgewählten Mitte-Rechts-Koalition (Jusos-RCDS-LHG), ein Defizit von einer knappen Viertelmillion Euro. Die Rücklagen mussten aufgelöst und ein erheblicher Teil des Defizits mit ins neue Haushaltsjahr genommen werden. Diese Hinterlassenschaft belastete unsere Arbeit sehr. Dennoch ist es uns gelungen, den Haushalt zu konsolidieren und zu einem der aktivsten ASten der vergangenen Jahre zu werden. Diese Arbeit wollen wir fortsetzen.
2. Kultur organisieren
Die Uni darf nicht zur Denkfabrik verkommen. Wir bringen ein breites Spektrum an unabhängiger, unkommerzieller Kultur auf den Campus. Im Kulturreferat unterstützten wir Studierende bei der Organisation von Konzerten, Lesungen, Partys und anderen Veranstaltungen. Mit uns bleibt das KulturCafé ein Veranstaltungsort für alternative Kultur und wird nicht kommerziell verpachtet. Unabhängig von unserer AStA-Arbeit tragen wir als Linke Liste ebenfalls zum Kulturangebot der Uni bei.
3. Nazis bekämpfen
Die Linke Liste nimmt weder Naziaufmärsche in Bochum und Umgebung hin, noch die regelmäßigen Übergriffe auf diejenigen, die nicht ins Weltbild der Nazis passen. Wir sind aktiv in regionalen Antifa-Plena, organisieren Aktionen gegen Rechts und informieren mit Vorträgen über Entwicklungen der extremen Rechten. Das AStA-Referat für Grund- und Freiheitsrechte vernetzt die Studierendenvertretung mit Initiativen gegen Rechts in der Region. Um Antifaschismus weiter an der Uni zu stärken, fördern wir derzeit die Gründung einer offenen Antifa-Gruppe an der RUB.
4. Studiengebühren abschaffen
Studieren darf kein Privileg für Kinder reicher Eltern sein. Die erkämpfte Senkung der Studiengebühren um 20 Euro ist nur ein erster Schritt. Die Gebühren müssen sofort deutlich gesenkt und mittelfristig wieder abgeschafft werden! Deswegen verhandeln wir mit der Uni-Leitung, machen Druck bei EntscheidungsträgerInnen, organisieren und unterstützen öffentlichkeitswirksamen Protest. Dabei sehen wir die Studiengebühren nicht isoliert, sondern im Kontext der herrschenden Bildungs- und Sozialpolitik. Solange die Gebühren erhoben werden, wollen wir den Einfluss der Studierendenschaft auf die Verwendung vergrößern.
5. Hochschulpolitik verändern
Studiengebühren sind jedoch nicht das einzige Problem an der Uni. Andere für uns wichtige Themen sind das B.A.-M.A.-System, hohe NCs, überfüllte Seminare, VSPL und schlechte Studienordnungen. Den wirtschaftskonformen Elite-Träumen des Rektorats setzen wir ein Hochschulmodell entgegen, in dem es um Bildung, Selbstverwirklichung und gesellschaftliche Verantwortung geht.
6. Kritische Wissenschaft fördern
Leben ist mehr als zur Uni gehen; Wissenschaft ist mehr als die offiziellen Veranstaltungen! Deshalb verschaffen wir in Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen kritischen Positionen Gehör. Zudem unterstützen wir gesellschaftskritische Initiativen wie die Rote Ruhr Uni und das Institut für Sozialtheorie.
7. Fachschaften und Initiativen stärken
Mit der Linken Liste ist der AStA ein verlässlicher Partner auf dem Campus und darüber hinaus. Die Unterstützung von Fachschaften, Initiativen (z.B. dem Theaterfestival megaFON) und politischen Projekten ist uns dabei besonders wichtig. Trotz der schwierigen Haushaltslage haben wir Fachschaften und Initiativen intensiver unterstützt als unsere VorgängerInnen.
8. Sozialleistungen erhalten
Härtefall-Fonds und AusländerInnen-Hilfsfonds helfen vielen Studierenden in Notsituationen. Auch die Rechts-, Sozial- und BAFöG-Beratungen des AStA haben zahlreichen Studis helfen können. Durch eine verantwortungsvolle Haushaltspolitik wollen wir den Erhalt dieser Angebote garantieren. Das AStA-Servicereferat ist die erste Anlaufstelle bei den großen und kleinen Problemen im Uni-Alltag.
9. Parteiunabhängig aktiv sein
Gegen die Linke Liste treten die Hochschulgruppen von CDU, SPD, FDP und Grünen an. Die Linke Liste steht keiner Partei nahe, sondern ist ein breites, unabhängiges Bündnis aus außerparlamentarischen, antifaschistischen und undogmatischen Linken, die in zahlreichen Fachschaften und Initiativen aktiv sind.
10. Gesellschaftskritik – es geht ums Ganze!
An den herrschenden Zuständen gibt es aus unserer Sicht viel zu kritisieren. Von weltweiter Armut über Umweltzerstörung bis hin zu faschistischen Umtrieben gibt es Missstände, welche wir nicht einfach hinnehmen. Viele unserer Aktivitäten entfalten ihre volle Wirkung erst in einem gesamtgesellschaftlichen Kontext. Deshalb sind wir nicht nur im AStA aktiv, sondern setzen uns auf allen Ebenen für die Perspektive einer besseren Gesellschaft ein - und dabei kann jedeR von euch mitmachen!
19.Januar2009
Mensaparty: Eine Chronologie der Ereignisse
05. Februar 2008
Auf der Sitzung des Studierendenparlaments (SP) wird fraktionsübergreifend beschlossen, die Rücklagen bis auf das gesetzlich vorgeschriebene Minimum aufzulösen. Hintergrund: Ohne die 120.000 Euro, die in den letzten Jahren mühsam für absolute Notfälle angespart wurden, wäre der AStA nicht mehr zahlungsfähig gewesen.
12. Februar 2008
Auf der zweiten SP-Sitzung wird ein neuer AStA gewählt: In Rekordzeit hatten wir uns mit alternativer liste, SWIB und GHG auf die Eckpunkte einer Koalition geeinigt. Neben vielen inhaltlichen Übereinstimmungen – u.a. zum Thema Studiengebühren, der Förderung kritischer Wissenschaft und junger KünstlerInnen – war man sich auch beim Thema Finanzen schnell einig: Der AStA-Haushalt muss transparenter und die Mensaparty aufgearbeitet werden.
Februar bis Juli 2008
Ersteres war schnell gemacht: Wir überführten als erster Bochumer AStA den Haushalt in die gesetzlich vorgeschriebene und übersichtlichere Form. Die Mensaparty stellte uns jedoch vor größere Probleme: Eine Buchführung über die Einnahmen existierte nicht, bzw. sie existierte nicht mehr, weil sie wegen angeblicher „Unvollständigkeit“ von unseren Vorgängern vernichtet wurde. Wichtige Dokumente und Verträge wurden uns nicht übergeben, so dass der AStA bis heute damit beschäftigt ist, sich Unterlagen über möglicherweise noch ausstehende Sponsorengelder zu besorgen. À propos Sponsoring, hier wurde es z.T. wirklich kurios: So verweigerte die Brauerei Veltins die Zahlung, weil die 10.000 Gäste, die der AStA-Vorsitzende versprochenen habe, nicht gekommen sind. Nur: Wie konnte Fabian Ferber (Jusos) das überhaupt versprechen (wenn er es denn getan hat)? Der mit dem AKAFÖ geschlossene Vertrag über die Mensa-Anmietung ließ nur 2400 Gäste auf der Bühnenebene zu.
April - Mai 2008
Der AStA-Vorsitzende Sven Ellmers (LiLi) übergibt alle ihm vorliegenden Unterlagen zur Mensaparty der Staatsanwaltschaft Bochum, die daraufhin ihre Ermittlungen aufnimmt.
03. Juli 2008
Das staatliche Rechnungsprüfungsamt Arnsberg, das Mitte Dezember 2007 eine außerordentliche Prüfung im AStA durchführte, legt seinen Bericht vor und hält fest: „Nach dem jetzigen Erkenntnisstand führte die Mensaparty zu einem Defizit in Höhe von 233.811,84 Euro. Hiervon geht ein Teilbetrag von 43.580€ darauf zurück, dass Bareinnahmen […] nicht vorgefunden wurden“. Bis heute ist nicht bekannt, wo das fehlende Geld geblieben ist.
Dezember 2008 – Januar 2009
Der AStA beauftragt die Anwaltskanzlei Dorka & Wings mit der Prüfung, welche Schadensersatzansprüche die Studierendenschaft gegenüber Mitgliedern des Mitte-Rechts-AStA geltend machen kann.
12. Januar 2009
Die bisher unbekannte Liste „TuWas“ reicht ihre 19 Kandidaturen für die SP-Wahl ein. Ein zweiter Blick verrät: Mehrere Kandidaten dieser Liste sind im letzten Jahr noch bei den Jusos angetreten, u.a. der letzte AStA-Finanzreferent Uwe Bullerjahn. Man glaubt wohl, nur oft genug die Kleider wechseln zu müssen, um nicht mehr erkannt zu werden.
2009
Wie wir im vergangenen Jahr gezeigt haben, ist ein engagierter AStA mit einer verantwortungsvollen Haushaltsführung kein Widerspruch. Wir werben um Deine Stimme, damit wir den eingeschlagenen Weg weitergehen können.
17.Januar2009
Who the f... is BüSo?
Nachrichten aus dem Vorposten der Verschwörungstheorie
„BüSo“ steht für „Bürgerrechtsbewegung Solidarität“ und ist das Parteiorgan der als antisemitisch geltenden LaRouche-Bewegung. Der Name geht auf ihre Begründer zurück, den amerikanischen Multimillionär Lyndon LaRouche und dessen deutsche Frau Helga Zepp-LaRouche. Beide gründeten zunächst die Partei „Patrioten für Deutschland“, aus der schließlich die BüSo hervorgeging. Die Bewegung erhebt reaktionäre, vermeintlich populäre Forderungen, wie die Wiedereinführung der D-Mark oder eine harte Anti-Drogen-Politik. Ebenso stellen sich die BüSos oft als Beschützer Deutschlands und der „kleinen Leute“ gegen die Auswüchse des Kapitalismus dar. Bei genauerem Hinsehen handelt es sich dabei jedoch meist um abstruseste Forderungen, die wenig am Kapitalismus ändern würden.
Das Prinzip Paranoia
Das Grundprinzip, auf dem die vermeintliche Kapitalismuskritik der BüSo aufbaut, fällt vergleichsweise simpel aus. Man konstatiert zunächst Probleme, die die Menschheit beschäftigen und versucht sie dann durch krude Verschwörungstheorien zu erklären: Eine kleine „zionistische und britische Lobby“ sei Schuld an unserem Unglück, so die Quintessenz der LaRouche-Ideologie. Somit werden die komplexen Mechanismen kapitalistischer Vergesellschaftung, die das Leid auf der Welt zu einem großen Teil bedingen, verkannt. Einer kleinen Minderheit wird ein völlig unrealistisches Machtpotential zugesprochen, vermittels dessen sie angeblich die Welt beherrschen und vernichten will. Wer an diesen Unsinn nicht glaubt, gilt als Kollaborateur, bis schließlich überall die vermeintlichen Feinde lauern. Wie bei allen verschwörungstheoretischen Strömungen und Sekten zählen dazu auch bei der BüSo Juden, Kommunisten, Liberale, „Heuschrecken“, Briten und vor allem – Kritiker der Bewegung.
I‘m in deep trouble
Die Folgen dieser Paranoia musste wahrscheinlich auch Jeremiah Duggan erfahren, ein junger britischer Student mit jüdischem Hintergrund. Dieser nahm an einer Veranstaltung des der BüSo angehörenden Schiller-Instituts teil. Dort wurde propagiert, der Machtantritt Hitlers und der 11. September würden auf das Konto von jüdischen Rothschild-Agenten gehen, die die Weltherrschaft an sich reißen wollen. Um die Haltlosigkeit dieses Blödsinns aufzuzeigen, ließ sich Jeremiah u.a. zu einer demonstrativen Erklärung verleiten, er sei ein britischer Jude. Was daraufhin geschah ist ungewiss. Sicher ist nur, dass der junge Brite allen Grund gehabt haben muss, massive Angst und Bedrohungsgefühle zu haben. Dies geht aus einem kurzen Telefongespräch mit seiner Mutter 35 Minuten vor seinem Tod hervor: „I‘m in deep trouble“, waren seine letzten Worte. Die von der BüSo vertretene „Selbstmordthese“ ist äußerst dubios. Nach dieser soll Jeremiah Suizid begangen haben, indem er – angeblich ohne Fremdeinfluss – vor ein Auto rannte. Dies passierte jedoch nur wenige hundert Meter vom Büro des hauseigenen LaRouche-Sicherheitsdienstes. Englische Gerichtsmediziner fanden überdies Indizien von schweren Schlägen gegen den Kopf des Studenten, sodass er nicht aus freiem Enschluss vor das Auto geraten sein dürfte.
Was dagegen tun?
Das geschilderte Extrembeispiel zeigt, wie gefährlich es werden kann in näheren Kontakt zu der Sekte zu geraten. Da die BüSo unter StudentInnen agitieren will, ist gezielte Information und Aufklärung über diese rechtsextreme Bewegung von Nöten.
Kein Erfolg für Rattenfänger in Campusnähe!
17.Januar2009
Linke Liste und Philosophie
Die Universität im Allgemeinen und die Ruhr-Universität im Besonderen sind auf dem besten Wege, zu einer Produktionsstätte von Fachidioten zu werden. Ohne eine grundlegende Reflexion von Wissenschaft, Denken und Gesellschaft wäre der gesamte universitäre Betrieb sinnlos und würde zur bloßen Berufsausbildung am Fließband verkommen. Gerade deshalb macht sich die Linke Liste für die Belange der Geisteswissenschaften stark, insbesondere solcher Fächer, die unter andauerndem Ökonomisierungsdruck stehen.
Da überrascht es auch nicht, dass es im Rektorat gerüchteweise Pläne gibt, das Institut für Philosophie komplett aufzulösen und einzelne Lehrstühle anderen Fächern anzugliedern. Für eine kritische Reflexion des Bestehenden oder gar Gesellschaftskritik bleibt kein Raum, weshalb wir alles in unserer Macht stehende tun, um weitere Stellenkürzungen zu verhindern - nicht weniger, sondern mehr DozentInnen sind angebracht und notwendig!
Kritische Wissenschaft
Besonders in der Philosophie gehen aufgrund des kaum überschaubaren Themenfeldes einzelne Bereiche und Fragestellungen im Lehrbetrieb leider unter. Deshalb haben wir als Teil des AStA mit dem Referat für Kritische Wissenschaft in Vorträgen, Filmvorführungen und Seminaren versucht, sowohl Grundlagen gesellschaftskritischer Theorien als auch kritische und alternative Positionen zu aktuellen Diskussionen zu vermitteln. So gab es beispielsweise Vorträge zu Freier Software, Kritischer Theorie, Staatsphilosophie, Marxens Kritik der politischen Ökonomie und die Rolle der Religion in der Moderne. Diese Aktivitäten wollen wir in den nächsten Semestern unbedingt fortsetzen.
Für die LiLi kandidieren 18 PhilosophiestudentInnen:
50. Julia Akkermann
23. Christoph Bieletzki
35. Sebastian Dittmann
48. Yvonne Uschok
24. Jan Eufinger
25. Richard Heinen
54. Manfred Heim
27. Felix Hüttemann
28. Paul Mentz
4. Benedict Neugebauer
63. Björn Pomaska
29. Damian Pütz
1. Veronika Pütz
30. Markus Reiß
2. Jos Schaefer-Rolffs
31. Sebastian Salzmann
44. Lars Malte Schiefer
32. Lia Sudermann
105. Mark Schulte
27. Felix Hüttemann
13.Januar2009
LiLi wieder stärkste Liste
Mit 111 KandidatInnen tritt die Linke Liste wieder als stärkste Liste zu den Wahlen an. In der Woche vom 26. - 30. Januar finden die Wahlen zum 42. Studierendenparlament der Ruhr-Universität Bochum statt. Auch unsere Koalitionspartnerinnen konnten viele Studierende von einer Kandidatur überzeugen: Die Grüne Hochschulgruppe (GHG) wurde mit 99 KandidatInnen zweitstärkste, die alternative liste mit 92 KandidatInnen drittstärkste Liste. Schöner Wohnen in Bochum (SWIB), die sich v. a. in Wohnheimen engagierende vierte Koalitionsliste, kann in diesem Jahr 35 KandidatInnen vorweisen.
Deutlich weniger KandidatInnen als die drei großen linken Listen konnten die Parteijugenden für sich gewinnen, die den AStA Ende 2007 durch die Mensaparty an den Rand der Zahlungsunfähigkeit gebracht hatten. Die Jusos kamen lediglich auf 39 KandidatInnen. Entscheidend dürfte hier auch gewesen sein, dass die Jusos in der Oppositionszeit nur durch Abwesenheit glänzten. Der nicht minder inaktive Ring Christlich Demokratischer Studenten (RCDS) tritt mit 35 und die Liberale Hochschulgruppe mit 14 KandidatInnen an.
Neu aufgestellt haben sich in diesem Jahr Listen namens Das Beste (8 KandidatInnen), NaWi (12 KandidatInnen) und TuWas (personell der rechte Flügel der Jusos, 19 KandidatInnen). Die Liste Der Schwarze Ritter ist unbesiegbar, die 2008 überraschend einen Sitz im SP errang, kandidiert erneut (4 KandidatInnen).
Bei der letzten Wahl konnte die LiLi sieben Sitze erreichen. Damit waren sie die stärkste Liste und konnte gemeinsam mit der alternativen liste, der GHG und der SWIB einen überaus erfolgreichen AStA stellen.

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