11.Oktober2007
10 Jahre Linke Liste
Eine Hommage an linke Hochschulpolitik
Schlagworte: Über uns
Linke Hochschulpolitik hat gerade an der Ruhr-Uni eine lange Tradition - nicht ohne Grund ist es ein großer Tabubruch, dass nun nach 30 Jahren erstmals wieder der rechtskonservative RCDS in den AStA gewählt wurde. Linke Hochschulpolitik, das bedeutet Studierendenvertretung durch AktivistInnen, die ein Interesse an politischer Arbeit ebenso wie an studentischer Interessenvertretung haben.
Viele Mitglieder der Linken Liste blicken auf jahrelange Fachschaftserfahrung zurück, sind im Senat und im Studierendenparlament vertreten, haben die Fachschaftenzeitung betonzeit mitgetragen, und beteiligen sich am Kampf gegen Studiengebühren. Doch nicht zuletzt sind sie in inner- und außeruniversitären Initiativen aktiv, und verbinden seit der Listengründung während des Hochschulstreiks 1997 Hochschulpolitik mit Gesellschaftskritk.
Die Linke Liste schnitt bei den letzten Wahlen zum Studierendenparlament sehr erfolgreich ab. Mit sieben von 35 Sitzen erreichten wir das beste Ergebnis der linken Hochschulgruppen an der Ruhr-Uni und das zweitbeste aller angetretenen Listen. Der damit verbundenen Verantwortung sind wir uns bewusst - was man von der neuen AStA-Koalition aus RCDS, Liberaler Hochschulgruppe und Rubrosen nicht behaupten kann. Diese macht im Moment keine Anstalten, die landesweit erneut anlaufenden Proteste gegen Studiengebühren zu unterstützen. Hinzu kommt, dass der konservative AStA einer aussichtsreichen Klage gegen die Einführung der Studiengebühren an der Ruhr-Uni bereits öffentlich eine Absage erteilt hat. Dabei hatte erst im Mai das Verwaltungsgericht Arnsberg die Gebühren an der Uni Siegen vorerst gekippt. Es monierte, dass der Senat die Gebühren unter Ausschluss der Öffentlichkeit beschlossen hatte - wie in Bochum!
Handlungsbedarf gibt es in der Hochschulpoliik jedoch nicht nur gegen Gebühren: Die CDU diskutiert z.B. in verschiedenen Bundesländern die Abschaffung bzw. Einschränkung der Möglichkeiten der Verfassten Studierendenschaft - mit einem vom RCDS mitgetragenen AStA ist die Reduzierung auf einen Service-AStA auch unbehaglich präsent. Das Hochschulfreiheitsgesetz leitet Veränderungen in den Hochschulstrukturen ein, die zum Teil gar nicht einschätzbar sind und für Studierende wie Angestellte Handlungsnotwendigkeiten nach sich ziehen - schon seit mehreren Jahren arbeitet die Linke Liste somit eng mit den Gewerkschaften an der Hochschule und in der Stadt zusammen, und gerade die Anti-HFG- und Studiengebührendemos wurden von der engen Kooperation von z.T. streikenden Angestellten und den Studierenden vorangebracht. Auch die Einführung der "neuen“ Studiengänge ist nach wie vor mit argen Problemen versehen. Entgegen aller Versprechungen werden Zulassungsbeschränkungen für die Master-Studiengänge eingeführt, die vielen den Weg zu einer höheren Qualifikation abschneiden. Für kritische Diskussionen über die Entwicklungen in der Bundes- und Landeshochschulpolitik werdet ihr in der Lili immer kompetente AnsprechpartnerInnen finden.
Gemeinsam stark, aber individuell verschieden
Die Linke Liste ist immer schon eine breite Bündnisliste gewesen. Die Lili bietet die Möglichkeit, zusammen mit Gleichgesinnten der Denkfabrik Universität mit kritischer Distanz gegenüberzutreten. Herrschaftskritik wird dabei durch die Linke Liste so vielfältig geäußert, wie es die Dimensionen sozialer Unterdrückung und Ungleichheit erfordern. Weil Leben mehr bedeutet als zur Uni zu gehen, und Wissenschaft mehr ist als das, was uns das Vorlesungsverzeichnis bietet, organisieren wir regelmäßig kritische, wissenschaftliche Vorträge und Diskussionsveranstaltungen. Seit vielen Jahren organisieren Teile der Linken Liste die traditionsreiche und gut besuchte rote-ruhr-uni. Aber auch andere Veranstaltungen, zum Beispiel Aufklärungsveranstaltungen über versteckte Nazisymbolik oder Veranstaltungen im Rahmen der Internationalismuswoche, bieten viel Raum für kritische Positionen. Aktuell organisiert die Linke Liste den Kapital-Lesekreis, welcher vom letzten linken AStA initiert wurde. Als großer Erfolg haben sich zudem unsere regelmäßigen Filmabende erwiesen, die eine Alternative zur durchstandardisierten Kulturindustrie bieten.
Bei vielerlei Problemen sind sicherlich Kompromisse möglich und nötig. Beim Kampf gegen den Faschismus ist dies jedoch ausgeschlossen: Wir akzeptieren und tolerieren keine Nazis, keinen Rassismus und Antisemitismus - weder auf dem Campus noch in der Stadt. Die Beteiligung an antirassistischen und antifaschistischen Aktivitäten an der RUB und im gesamten Ruhrgebiet - wie aktuell gegen den Naziladen Goaliat - ist eines der wichtigsten Anliegen und Arbeitsfelder der Linken Liste. Wir nehmen weder Naziaufmärsche in Bochum oder anderswo noch die regelmäßigen Übergriffe auf diejenigen hin, die nicht ins Weltbild der Nazis passen.
Join the club
Gerade weil die Linke Liste ein breites unabhängiges Bündnis der außerparlamentarischen, antifaschistischen und undogmatischen Linken ist, haben wir inhaltlich mehr zu bieten als die Nachwuchsorganisationen von CDU, SPD, Grünen und FDP. Wenn du Lust bekommen hast, die Linke Liste näher kennen zu lernen, dann maile uns unter lili@rub.de oder besuche uns auf unseren öffentlichen Listentreffen, die immer dienstags ab 18h in GB 02/160 stattfinden. Du bist jederzeit herzlich eingeladen!
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