13.November2008
Der Islamismus als religiöse Artikulation einer totalitären Bewegung
Schlagworte: Grund- und Freiheitsrechte // Veranstaltungen
Vortrag mit Hartmut Krauss, 18. November, um 18:30 Uhr im HGA 20 (Raumänderung!)
Galt die „Zerstörung der Vernunft“ (G. Lukács) in Form einer irrationalistischen Lebensphilosophie als geistesgeschichtliche Vorbereitungsquelle des deutschen Faschismus, so stellt die militante Feindschaft der radikalislamischen Bewegung gegen die ‚kulturelle Moderne’ einen neuen, religiös-irrational gespeisten Zerstörungsangriff auf die Grundlagen einer säkularen Lebensordnung dar. Dabei handelt es sich es im Grunde nicht um den Aufstand des Religionsfetischs gegen den spätmodernen Markt- und Kapitalfetischismus, sondern um die Bekämpfung jedweder der islamischen Gottesherrschaft entratenen säkular-rationalen Lebensform schlechthin. Neben der Klärung der genetischen, strukturellen und ideologischen Konstitution des Islamismus geht es dabei insbesondere auch um folgende Fragen: Ist der Islamismus als religiös-totalitäre Herrschaftsideologie und Bewegung eine perfide Fälschung des „an sich“ guten, friedlichen und toleranten Islam? Oder ist der Islamismus die konsequente, wenn auch „radikale“ Formgebung des orthodoxen Islam angesichts der unhintergehbaren Konfrontation mit der westlichen Moderne?
Hartmut Krauss ist Sozialwissenschaftler, Pädagogischer Leiter in der Erwachsenenbildung und Herausgeber der Zeitschrift HINTERGRUND. Zahlreiche Aufsätze in Zeitschriften und im Internet. Letzte Buchveröffentlichung „Islam, Islamismus, muslimische Gegengesellschaft. Eine kritische Bestandsaufnahme“. Zuvor:„Faschismus und Fundamentalismus. Varianten totalitärer Bewegung“.
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