Linke Liste

an der Ruhr-Universität Bochum

»Der Sieg der Vernunft kann nur der Sieg der Vernünftigen sein.«

B. Brecht

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21.Dezember2005

Drogen

Nr. 13

Schlagworte: Gesundheit / Umwelt // Grund- und Freiheitsrechte // Repression

* Das Wort Droge wurde im 17. Jh. in der Bed. "(tierischer oder pflanzlicher) Rohstoff" aus gleichbed. frz. drogue entlehnt, das wahrscheinlich zu nhd. trocken gehört, und zwar als Entlehnung aus dessen niederd. Form droge oder niederl. Form droog.


Häufig kommt es, dass +ber Hanf vor allem im Zusammenhang mit Verkehr berichtet wird: In Baden-Württemberg etwa wurden Schulungen für PolizistInnen eingeführt, bei denen die Identifikation von KifferInnen erlernt werden soll. Neben den zur Genüge verbreiteten Vorurteilen über gerötete Augen oder blödes Lachen (was ja unter Alkoholeinfluss bekanntlich so gut wie ausgeschlossen ist), ist die Desinformation unter anderen Gesetzesauslegern noch schwerwiegender.

So sind die Ansichten von RichterInnen mitunter noch geprägt von Killerdrogenkampagnen – was allerdings auch durch die (Bundes-)Gesetzgebung gestützt und gefördert wird. Denn während sich für die Auswirkungen von Alkohol jedeR sicher ist, aufgrund eines bestimmten, niedrigen Alkoholpegels sich selbst Fahrtüchtigkeit attestieren zu können, droht HanffreundInnen der Führerscheinentzug schon bei jeglichem Nachweis der Substanz im Körper.

Immer mal wieder werden Horrorgeschichten von Abhängigkeit, Scheißegal-Attitüde, wenn nicht sogar Renitenz gegen die Obrigkeit (oder ist das etwa als Kompliment gemeint?) herausgekramt. Als Lehre lässt sich aus derartigen Possen leider nur eine Binsenweisheit ziehen: Es gibt v.a. eine Gefahr, die für THC-KonsumentInnen größer ist als für Alkoholtrinkende. Nämlich die, bestraft zu werden, und sei es durch Führerscheinentzug für eine Wochen zuvor heruntergebrannte und nicht beim Steuern eines Fahrzeugs wirkende Tüte.

Drogenprobleme entstehen also nicht durch Substanzen, sondern durch Verbote. Eine Gesellschaft, die sich freiheitlich schimpft und etwas gegen Drogenprobleme tun will, hat zunächst einmal ihren Insassen nicht in ihre Konsumgewohnheiten zu quatschen.