30.Dezember2005
Faschos, haut ab!
Gegen den Naziaufmarsch im März in Bochum
Schlagworte: Antifa // Wahlen 2004
In Selbstdarstellungen der Linken Liste findet sich nicht selten der Hinweis, wir betrieben aktiv Antifa. Was verbirgt sich hinter dieser Selbstzuweisung, die uns auch von den anderen zu den Studierendenparlamentswahlen antretenden Listen trennt? »Antifa« steht kurz für Antifaschistische Aktion, und bezeichnet organisierte Gruppen, die aktiv gegen Faschismus, Nationalismus und Rassismus vorgehen.
Einig ist man sich darüber, dass die bösen »-ismen« nicht aus dem Nichts heraus entstehen, sondern weit tiefergehende Ursachen haben. Faschistische Angriffe und Gewalt kommen zur Entfaltung, weil sie in ein gesellschaftliches Klima eingebettet sind. Die Stiefelnazis, die man zuweilen pöbelnd die Straßen herunterziehen sieht, sind nur die Spitze eines Eisbergs, der weitaus tiefer reicht, und sich nicht nur bis in die explizit bürgerlichen oder rechten Parteien erstreckt. Akzeptanz für viele rechtskonservative Grundhaltungen findet sich auch in der Mitte der Gesellschaft – sonst wären öffentliche Demonstrationen von Neonazis kein Thema, und müssten auch nicht verboten werden.
So sind auch in Bochum Naziaufmärsche ein Thema, mit dem man sich nach wie vor beschäftigen muss. Allein im letzten Jahr fanden drei (am 28. Dezember 2002, am 4. Januar 2003 und am 22. Februar 2003) in Bochum statt! Gegen diese Aufmärsche stellte sich ein breites Bündnis von Gegendemonstranten, dem auch die Linke Liste angehörte. Die Stadt dagegen hielt lediglich beim letzten Aufmarsch eine Kundgebung fernab der Demoroute der Nazis.
Doch nicht genug damit, am 13. März diesen Jahres kündigen die ungenehmen Kameraden sich erneut an: Es soll gegen den Bau der Synagoge in Bochum protestiert werden. Angekündigt wird dies auf der Internetseite der rechtsradikalen Organisation »Widerstand Wattenscheid« unter dem Titel: »Stoppt den Synagogenbau – 4 Millionen fürs Volk!«. Nicht nur die Linke Liste, auch 24 Bochumer Richterinnen und Richter wollen dies nicht tatenlos hinnehmen! Sie verfassten kürzlich einen offenen Brief an Polizeipräsident Wenner, in dem sie ein Verbot des angekündigten Aufmarsches fordern. Es bleibt abzuwarten, wie die Reaktion auf dieses Schreiben ausfällt. Fest steht jedoch, dass dieser Aufmarsch auf keinen Fall stattfinden darf, und sollte ein Verbot ausbleiben, wird die Linke Liste alles daran setzen, ihn zu verhindern!
Zur Mobilisierung gegen den Naziaufmarsch wird am 27. Februar im Bahnhof Langendreer ein Konzert stattfinden, das von einer lokalen Antifagruppe, der »Radikalen Sternchen-Antifa« organisiert wird. Aktuelle Infos unter: http://www.bo-alternativ.de.
RSS