Filmabend: Solange es Menschen gibt (Imitation of Life)
Mittwoch, 19. Mai 2010, 19:30 Uhr, HZO 50
Race, Class, Gender, Family sind die Themen in Douglas Sirks (1900-1987) letztem Film, der als das Melodram schlechthin gilt: Erfüllung wie Transzendierung des Genres in einem.
Die Schauspielerin Lora (Lana Turner) und ihre Tochter Susie (Sandra Dee) nehmen Ende der 1940er Jahre nach einem Tag in Conney Island die verwitwete und obdachlose Schwarze Annie (Juanita Moore) und ihre Tocher Sarah Jane (Susan Kohner) in ihren Haushalt auf. Vordergründig handelt der Film von den Konflikten zweier alleinerziehender Mütter und ihrer heranwachsenden Töchter, dem in Sympathie verdeckten Status- und Machtgefälle zwischen ihnen, von dem gesellschaftlich offenen und doch in den betroffenen Einzelnen psychologisch umso diffiziler wirkenden Rassismus, von den Karriereaspirationen Loras, für die sie ihre wahre Liebe Steve (John Gavin) zurückweist, und immer immer wieder von den so verschiedenen und niemals wirklich zu vereinbarenden Anforderungen einer Gesellschaft für die das Glück der individuellen Einzelnen keine Relevanz besitzt. Die Rebellion gegen die gesellschaftlichen Konventionen und Zwänge ist so allemal auch umso entschiedenere Bestätigung der Repression der Einzelnen. Sirks Figuren sind keine Helden, und eine Rettung der Einzelnen im Bekenntnis zur Familie – das Thema des melodramatischen Films! – findet nicht statt: Alle sind sie gebrochene, ambivalente Charaktere, die die Masken ihrer gesellschaftlichen Rollen vor sich her tragen, und so zerbrochen wie sie sind, ist auch die Institution Familie. Georg Seeßlen schrieb, es gehe in Sirks Filmen „um das Glück, dass man vom Leben fordern soll“ und gleichzeitig um die Unmöglichkeit, es in dieser Gesellschaft zu erreichen.
Universal-International Pictures Co. 1959. 123 Min. R: Douglas Sirk. B: Eleanore Griffin, Allan Scott, nach einem Roman von Fannie Hurst. K: Russell Metty. D: Lana Turner, Juanita Moore, Susan Kohner, Sandra Dee, John Gavin, Robert Alda, u.a.
Wir zeigen die deutsche Synchronfassung, wie immer mit Überraschungsvorfilm und kurzer Einführung.
Imitation of Life bei der International Movie Database
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