1.Februar2007
Freie Uni geräumt!
Wie geht es weiter mit dem QFW?
Schlagworte: Hochschulpolitik // Proteste // Repression
Am Mittwoch morgen gegen 5 Uhr früh wurde die Freie Uni Bochum geräumt. Im Mai vergangenen Jahres hatten Studierende das Querforum West besetzt um ihren Protest gegen die Einführung allgemeiner Studiengebühren zum Ausdruck zu bringen. Seitdem fanden dort im Rahmen eines alternativen Vorlesungsverzeichnisses mehrere hundert Veranstaltungen sowie Treffen unterschiedlicher studentischer Initiativen statt.
Ab dem kommenden Semester sollte im Querforum nach Plänen des AKAFÖ ein Restaurant der gehobenen Preisklasse eröffnet werden. Schon seit Dezember des vergangenen Jahres riet das Rektorat deshalb den studentischen AktivistInnen offensiv an, das Gebäude zu verlassen, andernfalls werde es durch die Polizei geräumt. Durch die hohe mediale Aufmerksamkeit und den dadurch erzeugten öffentlichen Druck rückte die Hochschulleitung dann jedoch kurzfristig vom Plan einer Gastronomie der "hohen Qualität, die natürlich ihren Preis hat“ (AKAFÖ-Pressemitteilung) ab, und entschied sich, vorerst Tutorien im Querforum stattfinden zu lassen. Da das AKAFÖ jedoch nach wie vor an den Plänen einer ProfessorInnen-Mensa festhält ist es mehr als unwahrscheinlich, dass ein Tutorienzentrum dauerhaft im Querforum West etabliert werden könnte. Das Rektorat wollte nicht einmal eine Zusage für die kommenden zwei Semester geben. Das Angebot eines Raumes, der zu diesem Zeitpunkt noch für die Deutschkurse des AStA für ausländische Studierende genutzt wurde, erwies sich für das Konzept eines studentisch verwaltetem Veranstaltungsort als unzureichend.
Langfristige studentische Nutzung gefordert
Um eine langfristige studentische Nutzung des QFW zu sichern, fand sich Anfang Januar schließlich ein breites Bündnis aus den Aktiven der FUB sowie Initativen und Fachschaften zusammen, um dem Rektorat ein Konzept für die studentische Nutzung des Querforums vorzulegen. Demnach könnten dort tagsüber Tutorien stattfinden; abends könnte das Gebäude für Veranstaltungen von Fachschaften und studentischen Initiativen genutzt werden. Das Initiativen- und Fachschaftentreffen forderte das Rektorat auf, das Nutzungsrecht an die gewählten Gremien der Studierendenschaft zu übertragen, um die Umsetzung des Konzeptes - Verbesserung der Lehre durch Tutorien sowie mehr Raum für selbstorganisierte studentische Veranstaltungen - zu gewährleisten. Auch die Linke Liste unterstützt diese Idee.
Das Rektorat hielt jedoch offensichtlich wenig von diesem Angebot, das eigentlich alle Interessen unter einen Hut bringen sollte - unter der Gewährleistung der dauerhaften Nutzung durch Studierende wären auch die Aktiven der FUB bereit gewesen, das Gebäude umgehend zu verlassen. Stattdessen konfrontierte der Rektor nach der Senatssitzung im April jetzt erneut Studierende mit einem Polizeiaufgebot. Bei diesem Einsatz drang die Polizei sogar unberechtigt und ohne Rechtsgrund auch in das Studierendenhaus ein, in dem sich die Räume der verfassten Studierendenschaft - des AStAs, der bsz und der autonomen Referate - befinden. Dieses Vorgehen wirkt wenig souverän und stellt den Höhepunkt des demokratisch zweifelhaften Vorgehens gegen die Studierenden dar.
Die Juso-Hochschulgruppe Rubrosen spricht sich derweil gegen die Idee des Fachschaften- und Initativentreffens aus und somit auch gegen die selbstverwaltete studentische Nutzung des Querforums. Stattdessen wird dem Rektor nach dem Mund geredet. Die Linke Liste hingegen setzt sich weiterhin für die studentische Nutzung des Querforums ein.

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