13.Januar2010
Linke Liste im AStA
Eine Bilanz
Schlagworte: Über uns // Wahlen 2010
Seit Februar 2008 stellt die Linke Liste zusammen mit der „Grünen Hochschulgruppe“ (GHG), der „alternativen liste“ (al) und der Liste „Schöner Wohnen in Bochum“ (SWIB) den Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA). Wir arbeiten im AStA als undogmatische, parteiunabhängige, linke Bündnisliste. Mit acht Sitzen waren wir im letzten Jahr eine der beiden stärksten Listen im Studierendenparlament. Unsere ReferentInnen waren in den Bereichen Finanzen, Hochschulpolitik, Kultur und Wohnen, Öffentlichkeitsarbeit, Frieden und Antirassismus, Grund- und Freiheitsrechte (GruF), Kritische Wissenschaften (KriWi) sowie Service, Soziales und Sport aktiv. Am Ende unserer Amtszeit können wir eine positive Bilanz ziehen und auf zwei erfolgreiche Jahre zurückblicken.
Unterstützung unabhängiger Kultur
Initiativen, Projekte und studentische Partys, die abseits vom kommerziellen Mainstream ein buntes Publikum ansprechen, gehören für uns zum wichtigsten Bereich studentischer Kulturarbeit. So wurde zum Beispiel das diesjährige Stonerrock-Konzert zu einem vollen Erfolg und auch die komödiantische Lesung mit Torsten Sträter erfreute sich großer Beliebtheit. Unsere Kulturarbeit umfasste außerdem die Organisation des Uni-Campusfests, für das wir junge Bands aus verschiedenen Musikrichtungen engagieren konnten. Wir haben darüber hinaus Projekte und studentischer Initiativen wie das „Internationale Bochumer Videofestival“ oder das Studentische Theaterfestival „Megafon“ unterstützt. Letzteres wird im kommenden Sommer seine Spielstätten in die Bochumer Innenstadt verlegen und auch dann selbstverständlich wieder mit der Unterstützung des AStA mit Lili-Beteiligung rechnen können. Vor allem aber haben wir dafür gesorgt, dass Studierende und studentische Gruppen das KulturCafé und das AZ für eigene Veranstaltungen nutzen können und bei organisatorischen Schwierigkeiten im AStA einen verlässlichen Ansprechpartner hatten.
Gegen Nazis und andere Scheußlichkeiten
Als dezidiert antifaschistische Liste ist es uns ein großes Anliegen, Nazis und ihren menschenverachtenden Ideologien entgegenzutreten. Extrem rechtes Gedankengut entsteht nicht einfach im luftleeren Raum – es sind vielmehr die in unserer Gesellschaft angelegten Bedingungen, die es hervorbringen. Mit Vorträgen, Lesungen und Diskussionen, die von unseren ReferentInnen im GruF und KriWi organisiert werden, verschaffen wir daher gesellschaftskritischen Positionen Gehör. Da aber auch die Praxis nicht zu kurz kommen darf, sorgen die ReferentInnen der LiLi im AStA dafür, dass antifaschistische und emanzipatorische Initiativen und Projekte in Bochum und Umgebung finanzielle, infrastrukturelle und personelle Unterstützung erhalten, um Nazis entschlossen entgegentreten zu können. Bereits seit zwei Jahren sind unsere GruF-ReferentInnen maßgeblich an der Organisation des NRW-weiten Antifa-Camps in Oberhausen beteiligt, um so interessierten Jugendlichen theoretische und praktische Grundkenntnisse antifaschistischer Arbeit zu vermitteln. Mit der gleichen Absicht geben wir die Zeitschrift „decrypt“ heraus, in der Ihr neben spannenden Artikeln zu aktuellen politischen Themen auch praktische Tipps findet.
Veranstaltungen über Veranstaltungen
Neben eher theoretisch ausgerichteten Veranstaltungen – wie beispielsweise einem Wochenendseminar zum Thema „Grundlagen der Psychoanalyse als kritische Theorie“ wurden auch Themenabende zur politischen Praxis angeboten (u. a. ein Vortrag zur Problematik „Der Iran – eine islamische Diktatur und ihre europäischen Förderer“). In diesem Zusammenhang bildete die schon seit 1996 bestehende „Rote Ruhr-Uni“ im November 2009 einen Höhepunkt. Neu hingegen war in diesem Jahr die Veranstaltungsreihe „Geschlecht und Gesellschaft“, die im vergangenen Dezember in Zusammenarbeit mit dem autonomen FrauenLesbenReferat der RUB stattfand. In diesem Rahmen wurde u. a. über „Männer und Frauen im Beruf“ oder „Intersektionalität und Männlichkeit“ diskutiert (für alle, die nicht wissen, was „Intersektionalität“ ist, empfiehlt sich ein Blick in die LiLi-Zeitung). Insgesamt fanden im Zuge der oben genannten Events und der beiden KriWi-Veranstaltungsreihen „CRITIX“ und „COUNTER CURRICULUM“ im vergangenen Jahr für Euch beinahe 40 von LiLi-ReferentInnen organisierte Veranstaltungen statt, die sich mit Themen auseinandersetzten, die Ihr in keinem Vorlesungsverzeichnis der Uni finden werdet.
Hochschulpolitik in Zeiten des Bildungsstreiks
Der Ausbau der basisdemokratischen Entscheidungsmöglichkeiten der Studierendenschaft ist für die Linke Liste ein maßgebliches Ziel. Deshalb waren unsere Leute im Referat für Hochschul- und Bildungspolitik an der Organisation und Bewerbung der beiden Vollversammlungen im vergangenen November und Dezember beteiligt, die mit bis zu 3.000 TeilnehmerInnen ein voller Erfolg waren. Damit wollten wir Euch Gelegenheit geben, euren Kritikpunkten und Forderungen für ein besseres Bildungssystem Ausdruck zu verleihen, den Protest zu organisieren und entsprechende Aktionen zu planen. Einen weiteren Beitrag leisteten unsere KriWi-ReferentInnen, die auf dem „Alternativen Bildungsgipfel“ im Dezember einen Workshop zum Thema „Bildung im Kapitalismus“ anboten. Leider gelang es nicht, die Studiengebühren insgesamt abzuschaffen, doch war es zumindest möglich, Ausnahmeregelungen für finanziell besonders belastete Studierende zu schaffen und eine Teilungsklausel für Geschwister einzuführen. Darüber hinaus beschäftigten wir uns mit Möglichkeiten der studentischen Mitbestimmung im Zuge der anstehenden Reform des BA/MA-Systems und anderen Problemen wie hohen NCs, überfüllten Seminaren, VSPL und schlechten Studienordnungen. Wenn Ihr Euch für unsere Positionen zum Bildungsstreik interessiert, schaut einfach in unsere Zeitung!
Wirtschaftsbetriebe
Schon seit Jahren haben wir die Einstellung eines Wirtschaftskoordinators gefordert, der listenunabhängig eine kontinuierliche Organisation der Wirtschaftsbetriebe des AStA gewährleistet. Dieses Jahr haben wir uns endlich durchgesetzt und im Sommersemester konnte die Stelle eingerichtet und besetzt werden. Bereits jetzt hat der Wirtschaftskoordinator einige Ideen umgesetzt, welche z. B. die Zahl der Aufträge für die AStA-Druckerei deutlich erhöht haben. Für das kommende Jahr sind deutliche Umsatzsteigerungen in allen drei Wirtschaftsbetrieben des AStA zu erwarten. So können wir Euch weiterhin studifreundliche Preise in KulturCafé, CopyShop und Druckerei bieten.
Service, Finanzen, Antirassismus und Öffentlichkeitsarbeit
Neben unserer inhaltlichen Arbeit stellten wir im vergangenen Jahr auch den Finanzreferenten des AStA, der über den verantwortungsbewussten Umgang mit den studentischen Geldern wachte und den Wechsel zu einer Bank forcierte, die nicht nur bessere Zinsen bietet, sondern auch das von uns angelegte Geld nur zur Finanzierung sozialer, ökologischer und kulturell zukunftsweisender Unternehmen und Projekte verwendet. Im Service-Referat stehen unsere ReferentInnen während der verlängerten Öffnungszeiten für eine multilinguale Beratung bei den kleinen und großen Problemen des Studiums als erste AnsprechpartnerInnen zur Seite. Das Referat für Frieden und Antirassismus unterstützt Euch mit Rat und Tat, wenn Ihr im Studium oder darüber hinaus mit Diskriminierung und Benachteiligung konfrontiert seid. Zu guter Letzt kümmerten sich unsere ReferentInnen für Öffentlichkeitsarbeit um den Internetauftritt des AStA, schrieben Pressemitteilungen, gaben Interviews, hielten den Kontakt zu Presse und Öffentlichkeit und bemühten sich, Euch so gut wie möglich darüber zu informieren, was der AStA im vergangenen Jahr auf die Beine gestellt hat.
Vom 18. bis zum 22. Januar habt Ihr die Möglichkeit, das Studierendenparlament und damit den AStA für das kommende Jahr zu wählen. Wenn Ihr nach dieser Übersicht der Meinung seid, dass die Linke Liste ihre Arbeit im AStA fortsetzen soll, stimmt für uns bei der Wahl zum SP!

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