Linke Liste

an der Ruhr-Universität Bochum

»Der Sieg der Vernunft kann nur der Sieg der Vernünftigen sein.«

B. Brecht

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15.Januar2010

Nichts als heiße Luft?!

Die Klimaproblematik

Schlagworte: Gesundheit / Umwelt // Wahlen 2010

Kaum ein Thema war in der jüngeren Vergangenheit so präsent wie der Klimawandel. Längst ist die Thematik aus den Hinterzimmern der lokalen Greenpeace-Büros und klimaorientierten akademischen Zirkel auf die Weltbühne der großen Politik gehoben worden, wie der Klimagipfel in Kopenhagen belegt.


“This is not fiction, this is science.”*

Der Effekt der globalen Erwärmung wird etwa seit den 1980er Jahren beobachtet. Die Ursache ist laut des letzten Berichts des Weltklimarats sehr wahrscheinlich durch den Menschen herbeigeführt: Seit Beginn der Industrialisierung werden große Mengen an Treibhausgasen freigesetzt. Die veränderte Konzentration dieser Gase in der Atmosphäre führt zu einer Veränderung des Verhältnisses einfallender und ausgesendeter Wärmeenergie. Die Folge ist ein Anstieg der mittleren Temperatur der Erdatmosphäre. Während die menschlich bedingten Ursachen der globalen Erwärmung wissenschaftlich kaum mehr angezweifelt werden, stehen die Gegenmaßnahmen in der Kritik von VertreterInnen aus Wirtschaft und Politik. Die vom Weltklimarat vorgeschlagene Maßnahme der Emissionsminderung von Treibhausgasen wird als schädlich für das nationale Wirtschaftswachstum abgelehnt.

„The danger of climate change“*

Der kritische Wert der globalen Erwärmung heißt +2 °C! Vertraut man den Klimamodellen, wird sich das Klima bei einer höheren Erwärmung nachhaltig verändern; mit weitreichenden Folgen für die Tier- und Pflanzenwelt und natürlich den Menschen. Nicht nur ein erhebliches Artensterben wird erwartet, sondern auch das für den Menschen unbewohnbar werden ganzer Erdteile, beispielsweise durch fortschreitende Wüstenbildung oder Überschwemmungen.

“Empty words on a page.”*

Eine riesige Chance, die globale Erwärmung um mehr als 2 °C zu verhindern, wurde soeben vertan: Der Kopenhagener Klimagipfel endete desaströs. Es wurden keine Einigung über verbindliche CO2-Einsparungen getroffen. Die Verhandlungen zwischen Industriestaaten und Schwellenländern kamen zu kaum einem Ergebnis. Entsprechend vage liest sich dann auch die mühsam errungene Kopenhagener Vereinbarung: die globale Erwärmung soll auf 2 °C begrenzt werden, die Industriestaaten wollen die Entwicklungsländer finanziell unterstützen und die Wälder sollen geschützt werden. Es ist weder geklärt, woher die Gelder kommen sollen, noch wie die Erwärmung zu begrenzen ist.

“We must choose action over inaction”*

Ein weitreichender Geld- und Technologietransfer der Industriestaaten an die Entwicklungsländer wäre nötig, denn ohne Unterstützung ist es den Entwicklungsländern nicht möglich, ihren Beitrag zu leisten. Weitreichende CO2-Einsparrungen müssen vertraglich festgelegt und überprüft werden. Dafür sind zwei Maßnahmen unerlässlich: Ein wesentliches Mittel in den Industrieländern heißt Energieeffizienz. Dabei geht es nicht um Verzicht, sondern um ein Umdenken. Je weniger Energie pro Kopf verbraucht wird, desto leichter gestaltet sich der Wechsel zu erneuerbaren Energien, der zweiten Säule. Durch die computergestützte Vernetzung von Wind-, Wasser-, Solar- und Biomassekraftwerken zu so genannten Kombikraftwerken, werden Unstetigkeiten bei der regenerativen Energieerzeugung behoben. Technische Lösungen sind meist schon vorhanden, jedoch scheitert ihre Umsetzung meist an den Sachzwängen der kapitalistischen Konkurenzwirtschaft, denen fossile Brennstoffindustrie und PolitikerInnen folgen müssen.

* Aus der Rede Barack Obamas auf dem Kopenhagener Klimakongress.