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an der Ruhr-Universität Bochum

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B. Brecht

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27.Oktober2008

PolDi am 28. Oktober: "Warum Israel". Ein Film von Claude Lanzmann

Schlagworte: Veranstaltungen

Einführung: Rainer Vowe Di., 28. Oktober 2008, 18:00 Uhr, KulturCafé


Claude Lanzmann ist den meisten bekannt als Autor des neunstündigen Dokumentarfilms Shoah von 1985, in dem Zeugen nach ihren Erinnerungen befragt werden. Warum Israel ist zwölf Jahre vorher entstanden, bezieht sich aber auf den jüdischen Staat nach dem Holocaust. Die Mittel und Methoden, die Lanzmann verwendet, sind in etwa die gleichen: interviewt werden sehr verschiedene Israelis, die erste Siedlergeneration, Neueinwanderer aus der Sowjetunion, Studenten, Arbeiter oder Soldaten, männlich wie weiblich, unterschiedlichste Stimmen – ohne Kommentar, ohne Voice-Over und ohne historisches Filmmaterial, das Positionen belegt oder widerlegt. Lanzmann versucht vielmehr zwei Fragen zu beantworten: Was ist jüdische Identität? Was ist Normalität in Israel?

Dieses durch ein Mosaik von Einzelgesprächen und Alltagsszenen gezeichnete Bild der – wie auch immer prekären – Normalität des jüdischen Staates verdeutlicht Schritt für Schritt eins: Er ist die notwendige Bedingung dafür, das Ankommen der Umsiedler im Flughafen, die Begegnung Jahrzehnte lang Getrennter, das scheinbar sorglose Sich-Erholen der Alten auf der Bank endlich ohne das Gefühl der Verfolgung und das Fremdsein zu ermöglichen. Das könnte der Kern, vielleicht nicht der jüdischen, jedoch der israelischen Identität sein.

Dr. Rainer Vowe, Bochum, ist Historiker, nimmt gelegentlich Lehraufträge am Institut für Medienwissenschaften wahr und ist an einer europäischen Behörde als Gutachter tätig.

Mehr Infos zum Film: http://jungle-world.com/artikel/2008/19/21752.html