Linke Liste

an der Ruhr-Universität Bochum

»Der Sieg der Vernunft kann nur der Sieg der Vernünftigen sein.«

B. Brecht

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King of the Monsters

14.Januar2010

Ranking vs. Reality?

Psychologie an der RUB

Schlagworte: Hochschulpolitik // Wahlen 2010

Das Fach Psychologie erfreut sich seit Jahren großer Beliebtheit unter AbiturientInnen: Auf die wenigen Plätze bewirbt sich regelmäßig eine Vielzahl von potentiellen Studierenden - in Bochum betrug die Relation 5514 BewerberInnen auf 100 Plätze im aktuellen Wintersemester.


Die Konsequenz ist ein enorm hoher Numerus Clausus, da die Zahl der verfügbaren Studienplätze aus finanziellen Gründen konstant gehalten wird. Umso verständlicher ist die Freude darüber, trotz des 1,x NCs überhaupt irgendwo angenommen worden zu sein. Landet man in Bochum, ist dies vermutlich gar nicht das „schlimmste Schicksal“: Zwar erhält der Psychologie-Studiengang der RUB beispielsweise auf der Seite www.unicheck.de unter 25 bundesweit durch Studierende bewerteten Unis den letzten Platz, doch sieht das CHE-Ranking die Lage etwas anders: Nach Ansicht des Centrums für Hochschulentwicklung stehen wir nach den meisten Kriterien in der Mittel- bis Spitzengruppe, besonders positiv wird die Summe der Forschungsgelder pro Professor gerated. Auch das Lehrangebot erhält die Schulnote 2,3.

Es stellt sich also die Frage, was wir als Linke Liste im Studierendenparlament und im Allgemeinen Studierenden Ausschuss (AStA) noch für euch tun können, wenn die Lage scheinbar im Großen und Ganzen positiv beurteilt wird. Zunächst fällt ins Auge, dass das CHE keine Fragen dazu stellt, wie die Studierenden die Höhe und ihre Mitbestimmungsmöglichkeiten zur Verwendung der Studiengebühren bewerten. Es wird ebenfalls außer acht gelassen, ob die Umstellung vom Diplom zum Bachelor/Master-System und z. B. die damit verbundene Anwesenheitspflicht in Seminaren positiv gesehen wird. Mit solchen und ähnlichen Fragen beschäftigen sich die ReferentInnen der Linken Liste im Referat für Hochschulpolitik und versuchen gemeinsam mit den Fachschaftsräten Lösungen zu finden, die euch das Studium angenehmer machen können.

Wirft man einen Blick in die Vorlesungsverzeichnisse der letzten Jahre, fällt neben den sich häufig wiederholenden Veranstaltungstiteln auf, dass im Modul-Angebot kaum kritische Reflexion über die eigene Wissenschaft stattfindet. Ebenso wird die Geschichte der Psychologie größtenteils ausgespart. Falls euch diese Themen dennoch interessieren sollten, seid ihr bei uns an der richtigen Adresse: Im letzten Jahr organisierten unsere ReferentInnen im Referat für Kritische Wissenschaften Vorträge zu den Themen „Hirnphysiologie und Willensfreiheit. Zur Kritik der Hirnforschung“und „Zur Kritik des biologischen Determinismus“, ein Tagesseminar über die „Grundlagen der Psychoanalyse als kritische Theorie“ und eine Buchpräsentation über „Mit Freud. Gesellschaftskritik und Psychoanalyse“.