Linke Liste

an der Ruhr-Universität Bochum

»Der Sieg der Vernunft kann nur der Sieg der Vernünftigen sein.«

B. Brecht

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10.Dezember2007

Schlimmste Befürchtungen noch übertroffen!

Mensaparty der Rubrosen macht weit über 100.000 Euro Verlust

Schlagworte: AStA-Skandale // Finanzen // Hochschulpolitik

„Habt ihr denn auch Platz zum Tanzen?“ fragte Inga Humpe ironisch. Die Frontfrau der Kultcombo „2 Raumwohnung“ nahm es mit Humor, dass sich vor ihrer Bühne nur knapp ein Drittel der sonst üblichen Fanmengen tummelten. „Wisst ihr, dass Platz wichtig ist, um seinen Hintern zu bewegen?“ In den Ohren von Fabian Ferber müssen ihre Worte wie bitterster Spott geklungen haben. (aus: Westfälische Rundschau vom 09.12.)


Was der AStA-Vorsitzende als puren Sarkasmus verstanden haben dürfte, bedeutet für die Studierendenschaft ein finanzielles Fiasko, wie es an der Ruhr-Uni noch nicht dagewesen ist. Anstatt der vom AStA bis zuletzt eingeplanten 5000 zahlenden Gäste kamen über den ganzen Tag verteilt maximal 2000 Besucher - die jedoch längst nicht alle das Eintrittsgeld bezahlten. Denn neben einer langen Gästeliste und den Freikarten für die Fachschaften wurden alleine über die Westfälische Rundschau 100 Karten verlost. Bisher unbestätigten Gerüchten zufolge sind am Samstagabend sogar Eintrittskarten am Bochumer Hauptbahnhof verschenkt worden.

Erste Berechnungen laufen nun auf ein Defizit von weit über 100.000 Euro hinaus. Damit dürfte die Mensaparty der teuerste Flop sein, den sich je ein AStA in Deutschland geleistet hat. Der AStA-Vorsitzende Fabian Ferber (Rubrosen) gab das Desaster gegenüber der Westfälischen Rundschau kleinlaut und etwas verklausuliert zu: „Wir gehen zurzeit davon aus, dass wir gerade noch im Gesamt-Haushalt bleiben.“ Im Klartext bedeutet das: Der Haushalt lässt sich nur noch retten, wenn die laut Gesetz für absolute Notfälle eingeplanten Rücklagen in Höhe von 160.000 Euro massiv angegriffen (wenn nicht sogar komplett aufgebraucht) werden. Und das bedeutet auch: In den nächsten Jahren steht dementsprechend weniger Geld für Beratungen, studentische Projekte und Fachschaften zur Verfügung, weil die Rücklagen laut Gesetz wieder aufgebaut werden müssen.

AStA löst sich auf

Der von den Rubrosen geführte AStA läst sich derweil immer weiter auf. Nachdem die drei Mitglieder des Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) und der Vorsitzende der Liberalen Hochschulgruppe (LHG) aus dem AStA-Vorstand zurücktraten, schmiss am Samstag nun auch Malte Dörr von den Rubrosen die Brocken hin. Aus seinem offenen Brief: „Hiermit trete ich mit sofortiger Wirkung als stellvertretender AStA-Vorsitzender und AStA-Referent für Öffentlichkeitsarbeit zurück. Mir ist es leider nicht mehr möglich, auf vertrauensvolle Weise mit dem AStA-Vorsitzenden Fabian Ferber und ganz besonders mit dem Finanzreferenten Uwe Bullerjahn zusammenzuarbeiten. Nach der desaströsen Planung und Durchführung der AStA-Mensaparty habe ich mich zu diesem Schritt entschlossen, weil ich nicht mehr die Kraft und den Willen habe, weiterhin im AStA tätig zu sein. Einige Ereignisse in den letzten Tagen haben mich sowohl politisch als auch menschlich sehr verletzt, was seine negativen Höhepunkte in den letzten Vorbereitungen zur Mensaparty fand.“

Misstrauensvotum

Damit sind nur noch zwei der ursprünglich sieben Mitglieder des Vorstands im Amt: Fabian Ferber (AStA-Vorsitzender, Rubrosen) und Uwe Bullerjahn (Finanzreferent, Rubrosen). Um weiteren Schaden von der Studierendenschaft abzuwenden, werden wir auf der nächsten SP-Sitzung erneut ein Misstrauensvotum gegen Fabian Ferber anstrengen.

Hier noch ein Link mit Fotos von der Mensaparty.