Linke Liste

an der Ruhr-Universität Bochum

»Der Sieg der Vernunft kann nur der Sieg der Vernünftigen sein.«

B. Brecht

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King of the Monsters

19.Januar2010

So nicht, GenossInnen!

Die Polizeiauto-Affäre und der Wahlkampf

Schlagworte: Opposition // Wahlen 2010

Am 15. Januar haben Unbekannte das Polizeiauto der Fernsehpolizisten „Toto und Harry“ auf dem RUB-Campus beschädigt. Die Juso-Hochschulgruppe versucht nun, aus der Sachbeschädigung Kapital für den Wahlkampf zu ziehen. Dabei setzen die Jusos nicht nur auf Übertreibungen, sondern auch bewusst auf Falschinformationen.


Die Vorwürfe richten sich zwar vor allem gegen die Grüne Hochschulgruppe, die derzeit den AStA-Vorsitzenden stellt. Trotzdem möchten wir als Linke Liste die Vorgänge kommentieren. Ein kontroverser Wahlkampf ist in Ordnung – nicht in Ordnung ist aber der Versuch, all jene auf dem Campus für dumm zu verkaufen, die sich nicht täglich mit Hochschulpolitik beschäftigen.

Jusos fälschen Zitat

„Der AStA dreht durch!“ behauptet die Juso-Hochschulgruppe auf einem aktuellen Flugblatt und unterstellt dem AStA-Vorsitzenden Karsten Finke (Grüne Hochschulgruppe) „gewaltverherrlichende Aussagen“. Was ist geschehen, dass die Oppositionsliste zu so harten Bandagen greift? Ein Artikel der Ruhr-Nachrichten berichtet, dass das Polizeiauto unter anderem mit Marmeladengläsern beworfen worden ist, die mit Farbe gefüllt waren. Gegen Ende des Artikels wird der AStA-Vorsitzende mit dem Satz zitiert: „Die Kritik am Besuch von Toto und Harry ist berechtigt – die Form, wie sie in diesem Fall geäußert wurde, natürlich nicht.“ Zwar waren auch wir davon überrascht, dass der AStA-Vorsitzende öffentlich und ohne weitere Informationen Mutmaßungen über die Hintergründe der Sachbeschädigung anstellt. Aber fest steht: Mit „Gewaltverherrlichung“ hat das Statement nun beim besten Willen nichts zu tun. Das wissen auch die Jusos – und haben sich deswegen ein weiteres Zitat einfach ausgedacht: Finke habe den Vorfall vor dem Hintergrund der studentischen Proteste im vergangenen Jahr als „nachvollziehbar“ bezeichnet, schreiben die JungsozialistInnen. Richtig ist: Ein solches Zitat von Karsten Finke gibt es in keinem Artikel zum Thema. Wir meinen: Einfach ein Pressezitat zu erfinden, das ist nicht nur unseriös, sondern geht entschieden zu weit.

Unsere Kritik sieht anders aus

Wer die Arbeit der amtierenden Studierendenvertretung ein wenig verfolgt hat, weiß: Der aktuelle AStA steht für vieles – für engagierte Interessensvertretung, für ein buntes Kulturprogramm und auch für die Unterstützung der kreativen studentischen Proteste im Rahmen des Bildungsstreiks. Wofür der AStA aber definitiv nicht steht, dass sind Sachbeschädigungen und Marmeladenglas-Angriffe. Wir verstehen, dass die Jusos nach Möglichkeiten suchen, die amtierende AStA-Koalition zu kritisieren. Aber der Versuch, den AStA aus wahltaktischen Gründen mit der Sachbeschädigung in Verbindung zu bringen, ist so fadenscheinig wie unredlich. In unseren Augen haben sich die Jusos damit leider erneut für eine verantwortungsvolle Studierendenvertretung disqualifiziert. Denn das mindeste, was man erwarten kann, wäre doch, dass sie nicht die Unwahrheit sagen. Das Auftreten der Jusos bestärkt uns in unserem Vorhaben, die erfolgreiche AStA-Koalition mit der Grünen Hochschulgruppe, der Alternativen Liste sowie der Liste ’Schöner Wohnen in Bochum’ nach Möglichkeit auch nach den Wahlen fortzusetzen.

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