Linke Liste

an der Ruhr-Universität Bochum

»Der Sieg der Vernunft kann nur der Sieg der Vernünftigen sein.«

B. Brecht

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18.Januar2011

Streit und Kompromiss

Mitbestimmung bei der Campussanierung!

Schlagworte: Campussanierung // Studienbedingungen // Wahlen 2011

Die Campussanierung schreitet voran und beeinflusst bereits jetzt für einige das Studium an der RUB. Aktuell sind davon die Studierenden in der I-Reihe betroffen, doch bald wird sich die Campussanierung auch auf die anderen Gebäudereihen auswirken, deren Studierende zum Teil kreuz und quer über den Campus umziehen müssen.


Nach der Fertigstellung des neuen ingenieurwissenschaftlichen Gebäudes ID im August letzten Jahres, das jetzt hauptsächlich die Fakultät für Elektrotechnik beherbergt, die vorher in IC untergebracht war, läuft nun das Sanierungsverfahren für das leerstehende Gebäude IC. Nach der monatelangen Kernsanierung von IC werden die Gebäude IA und IB leergezogen. Deren Fakultäten werden flächenmäßig verkleinert und finden zukünftig in IC Platz. Die Gebäude IA und IB sollen nach der Sanierung von anderen Fakultäten genutzt werden. Doch nicht nur in der I-Reihe geht es vorwärts. Die Universität wird um ein Studierenden Service Center (SSC) erweitert. Das aus Förder- und Universitätsmitteln finanzierte Gebäude wird hinter die jetzige Universitätsverwaltung (UV) gebaut. Es wird sich um ein schmales Gebäude handeln, dass sich von der Unibrücke bis zum Ende der UV erstrecken wird. Viele Verwaltungsabteilungen, wie das BAföG-Amt, werden in das SSC umziehen. Zusätzlich wird es das geisteswissenschaftliche Schülerlabor beherbergen, das von der Krupp-Stiftung mit 1,5 Mio. Euro gefördert wird. Im Süden der Uni, hinter der Mensa, wird zudem die neue KITA entstehen, die das Konzept „Studieren mit Kind“ an der RUB vereinfachen soll. Doch auch in der G-Reihe geht es voran. Der politische Streit um den Standort des neuen Gebäudes GD konnte durch die konstruktive Mitarbeit des AStAs beigelegt werden.

Mehr G-Reihe

Dass die RUB mit GD ein neues Gebäude in der G-Reihe erhalten wird, ist schon seit längerem klar. Nur über den Standort wurde noch gestritten. Das Vorhaben des Rektorats stieß wegen der massiven Eingriffe in die Natur auf breite Kritik. Zuletzt sind die Rektoratspläne in allen zuständigen Gremien der Stadt Bochum abgelehnt worden. Nun zeichnet sich ein von unseren AStA-ReferentInnen mitent­wickelter Kompromiss ab, der auch dringend nötig ist, denn 2013 kommen aufgrund der doppelten Abiturjahrgänge rund 4.000 Studierende mehr an die RUB. Der nun erzielte Kompromiss sieht zwar vor, das Gebäude GD in den Wald hinter GC zu bauen, doch dabei fällt der Eingriff in die Natur geringer aus und wir konnten viele unserer Anliegen durchsetzen.

Abholzung ausgleichen

So haben wir erreicht, dass der Neubau näher an GC heranrückt. Das Gebäude wird aufgestockt, um die Standfläche zu verkleinern. Die zu bebauende Waldfläche wird voraussichtlich im Verhältnis fünf zu eins kompensiert, was über den gesetzlich vorgeschriebenen Faktor von drei zu eins hinausgeht, um die massiven Eingriffe zu kompensieren. Zum Schutz der Greifvögel, deren Nistplätze gefährdet sind, sollen frühzeitig Ausweichplätze angeboten werden. Zudem wird der Waldstandort an einige Bedingungen geknüpft: Damit das Landschaftsschutzgebiet und der Rest des Waldes von weiteren Baumaßnahmen verschont bleiben, soll die Baugrenze direkt hinter GD gezogen und von einer weiteren Versiegelung des Unigeländes abgesehen werden. Die Idee, ein Tagungshotel im Süden der Universität zu errichten, ist nicht zuletzt deshalb aufgegeben worden. Letztendlich muss der Rat der Stadt Bochum dem Plan noch zustimmen. Dies wird auf der ersten Ratssitzung im Januar 2011 aller Voraussicht nach erfolgen, da der ausgehandelte Kompromiss die anderen Gremien der Stadt erfolgreich passiert hat.

Wir bleiben dran

Unsere Arbeit wollen wir weiterführen und die zukünftigen Sanierungsschritte kritisch begleiten. Neben energieeffizienten Gebäuden setzen wir uns für eine behindertengerechte Universität ein. Das kürzlich fertiggestellte Gebäude ID weist noch einige Mängel bezüglich der Barrierefreiheit auf, die behoben werden müssen und bei zukünftigen Baumaßnahmen auszuschließen sind. In diesem Zusammenhang soll die Univerwaltung auf die vorhandene Behindertenvertretung zugehen und sie in die Planung einbinden. Die Betroffenen können die Barrierefreiheit der Gebäude am besten selbst beurteilen. Im Zuge der Campussanierung muss auch das Verkehrskonzept verbessert werden. Wir werden die Gespräche über einen möglichen Ausbau des ÖPNV weiterführen. Durch die doppelten Abiturjahrgänge und die neue Hochschule für Gesundheit wird es in der U35 noch enger zugehen als bisher. Abhilfe wollen wir mit einer zusätzlichen Buslinie vom Hauptbahnhof zur Uni schaffen. Doch nicht nur die U35 platzt aus allen Nähten. Die Situation in den Parkhäusern muss verbessert werden. Das marode Parkhaus West gehört endlich saniert. Die erfolgreiche Auseinandersetzung um das GD-Gebäude hat gezeigt, dass eine sinnvolle Sanierung des Campus eine selbstbewusste Studierendenvertretung erfordert, die auch den Konflikt mit dem Rektorat nicht scheut, aber ebenso bereit ist, aktiv auf die zuständigen Stellen in den Verwaltungen zuzugehen und auch auf kommunaler Ebene für die Interessen der Studierenden einzutreten!