Linke Liste

an der Ruhr-Universität Bochum

»Der Sieg der Vernunft kann nur der Sieg der Vernünftigen sein.«

B. Brecht

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King of the Monsters

19.Januar2010

Technik und Gesellschaft

Impulse für Morgen

Schlagworte: Fachbereiche // Hochschulpolitik // Wahlen 2010

Wenn man die Frage, was man denn studiere, mit einer der ingenieurswissenschaftlichen Disziplinen beantwortet, bekommt man oft zu Gehör, dass man ja etwas solides, zukunftssicheres studiert. Die Berufsaussichten könnten nicht besser sein, hört man dann. Man brauche sich keine Sorgen, gleichbedeutend mit keine Gedanken, machen!?


Ingenieur (Abk.: Ing., ital. → franz. von mittellatein. ingenium (Kriegsgerät) und ingeniarius (Zeugmeister, später Festungsbaumeister))

Das war einmal. Die Wirtschaftskrise brach aus und die Wirtschaft ein. Aufträge gingen massiv zurück und Stellen wurden zu zehntausenden gestrichen. Für 2010 sehen die Aussichten nicht viel besser aus. Plötzlich ist auch die/der IngenieurIn von einer der vielen kapitalistischen Krisen auf den Boden zurückgeholt worden. Uns IngenieursstudentInnen wird eingebläut, dass man gerade in solchen Zeiten durch ein Mehr an Qualifikationen seinen Wert steigern solle. Doch wäre es nicht sinnvoller, stattdessen diese Zeit damit zu verbringen, der Ursache der Krise auf den Grund zu gehen? Wäre es nicht besser, einmal zu klären, ob es nach dem Abschluss vertretbar ist, Arbeit bei Rüstungsbetrieben, Chemiekonzernen oder Unternehmen, die Diktaturen beliefern, anzunehmen? Ist technischer Fortschritt immer ein Segen oder doch manchmal Fluch, der um jeden Preis verhindert, statt blind verwirklicht werden sollte?

"Sollen sich auch alle schämen, die gedankenlos sich der Wunder der Wissenschaft und Technik bedienen." (Albert Einstein)

Technologie ist aus unserer Gesellschaft nicht wegzudenken, sondern prägt sie vielmehr nachhaltig. Technik und Gesellschaft sollten somit auch zusammen begriffen werden. Deshalb setzt sich die Linke Liste für eine emanzipatorische Wissenschaft ein, die den Menschen in seinem gesellschaftlichen Zusammenhang begreift. Das spricht nicht gegen eine fundierte ingenieurwissenschaftliche Ausbildung; die Loslösung vom Zweck der angewandten Wissenschaft, degradiert aber die technologischen Kenntnisse zum Mittel für womöglich falsche Ziele. Wir plädieren für ein Studium, das den Blick über den Tellerrand belohnt, anstatt die Studierenden mit der bloßen Technik allein zu lassen.

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Technik und Gesellschaft