9.Januar2002
Was hat die OAW mit den StuPa-Wahlen zu tun?
Schlagworte: Fachbereiche // Proteste // Studienbedingungen // Wahlen 1998
Sechs Wochen Streik, die OAW mittendrin, und was kommt jetzt? „Die Proteste müssen weitergeführt werden“ - das ist eine wohlfeile Forderung, doch wie und in welchem Rahmen kann und soll dies geschehen?
Klar dürfte wohl sein, daß ohne die Unterstützung von mehr oder weniger etablierten Strukturen nichts läuft. Und dafür ist die derzeit laufende Wahl zum Studierendenparlament, die auch über die Besetzung der Referate im Allgemeinen Studierenden-Ausschuß (AStA) mitbestimmt, wichtig. Denn nur mit der Linken Liste ist eine echte Weiterführung von Protesten möglich.
Nur wir haben einen Ansatz, der fundamental kritisch ist und nicht auf halber Strecke (etwa bei der SPD oder bei Rot-Grün) haltmacht. Es kann nicht darum gehen, sich mit den gesellschaftlichen Gegebenheiten abzufinden und sich innerhalb ihrer so gut wie möglich durchzuwursch-teln. Vielmehr ist es nötig, sie gründlich zu analysieren und auf der Basis einer solchen Kritik zu handeln.
Und was hat das alles mit der OAW zu tun?
Das gilt auch und gerade für die Probleme, mit denen die OAW konfrontiert ist. Natürlich muß sich jemand darum kümmern, was mit den immer weniger werdenden Geldern passiert, die das Land gnädigerweise so gerade eben noch für unsere Zwergorchideen-Fakultät erübrigen kann. Wir drücken uns auch nicht vor dieser notwendig anstehenden Kleinarbeit, die vor allem in Fachschaftsrat und Fakultätsrat ansteht. Was wir dort tun, könnt Ihr ja sehen. Aber wir wollen es nicht einfach dabei bewenden lassen, sondern auch den Schritt darüber hinaus tun und uns bemühen, die Strukturen, in die wir mit dieser Arbeit eingebunden sind, zu durchschauen. Was hilft es zu meckern, daß es 1998 schon wieder 12.000 DM weniger für unsere Fakultät gibt, wenn wir dabei gesamtgesellschaftliche Zusammenhänge ausblenden? Die gegenwärtigen Kürzungen im Bildungsbereich sind nur ein weiteres Glied in der Kette nach dem Abbau in anderen Bereichen wie Sozialhilfe, Arbeitslosengelder, Gesundheitsvorsorge, Kultur etc.
Kritik auch im Detail
Doch auch ganz konkret vor Ort gilt es, Bestehendes fundamental zu überdenken und dabei auch unangenehme Themen und heilige Kühe nicht auszusparen. Wir jedenfalls könnten uns beispielsweise auch denken, ostasienwissenschaftliche Teilfächer den einzelnen methodischen Fächern (also z.B. Literaturwissenschaft, Wirtschaftswissenschaften, Geschichte etc.) zuzuordnen, anstatt eine eigene Fakultät damit zu bilden. Ebenso ist die jeweilige inhaltliche Ausrichtung von Lehrstühlen nicht gottgewollt und sollte jedenfalls nicht der Willkür der ProfessorInnen überlassen sein.
Wie schwierig es offenkundig ist, solche Themen anzusprechen, bewies zuletzt die große Diskussion über den Sprachunterricht Japanisch vor zwei Wochen. Mehr als Klein-Klein-Hickhack, betreffend z.B. die Zahl der zu paukenden Kanji, kam kaum zur Sprache. Tenor: „Wir wollen ja keinen Konflikt, wir wollen es nur noch besser machen als es schon ist.“ Am Ende stand dann nur noch die Forderung, daß die Studierenden erst einmal selber Initiative entwickeln müßten. Diese Forderung ist so richtig, wie sie falsch ist. Studentisches Anliegen hätte auf einem großangelegten Treffen dieser Art vielmehr sein müssen, zunächst die Zuständigen in die Pflicht zu nehmen. Erst dann sind wir auch gerne bereit, selber Projekte zu starten. Im konkreten Fall hätte zumindest einmal die stark linguistische Ausrichtung des Lehrstuhls diskutiert werden können. Denn diese steht wohl im Konflikt mit den Anforderungen der drei nichtlinguistischen OAW-Fächer, die sich auf den Unterricht dieses Lehrstuhls stützen.
Wenn Ihr eine so verstandene kritische Gremienarbeit im AStA und auch vor Ort bei uns in der OAW wollt, dann wißt Ihr, was Ihr wählen müßt: Liste 4, die Linke Liste!
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