Linke Liste

an der Ruhr-Universität Bochum

»Der Sieg der Vernunft kann nur der Sieg der Vernünftigen sein.«

B. Brecht

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King of the Monsters

18.Januar2010

„Wir vertreten alle Studierenden“

Was die Jusos damit wirklich meinen

Schlagworte: AStA-Skandale // Finanzen // Opposition // Wahlen 2010

Die Hochschulgruppe der Jusos wirbt dieses Jahr damit, dass sie alle Studierenden vertreten würde. Diese nicht besonders kreative Losung, die man ansonsten vom konservativen RCDS und der Liberalen Hochschulgruppe kennt, suggeriert vor allem eines: dass der linke AStA angeblich nicht alle Studierenden vertritt.


Fakt ist aber: Kein Bochumer AStA investierte jemals mehr in Service- und Sozialleistungen, kein Bochumer AStA bot mehr Kultur auf dem Campus, und niemals zuvor wurde in Zusammenarbeit mit dem Akademischen Förderungswerk so viel zu einer Verbesserung der Wohnsituation beigetragen.

Wirklich alle Studierende?

Die Behauptung der Juso-Hochschulgruppe ist aus zwei weiteren Gründen unredlich. Zum einen verschweigt sie, dass jeder Interessenvertretung immer auch bestimmte Interessen und Themen besonders am Herzen liegen. Bei uns sind das die Bereiche bessere Studienbedingungen, alternative Kultur, Kritische Wissenschaften und Antifaschismus. Wir sind eine linke Liste und wollen selbstredend auch linke Projekte fördern – und weniger konservative. Wenn die Jusos ehrlich wären, würden sie es zugeben: Auch sie vertreten nicht alle Interessen und damit nicht alle Studierenden gleichermaßen. Das haben sie bereits in den Jahren 2005 und 2007 bewiesen, in denen sie sich jeweils mit Unterstützung des konservativen RCDS eine AStA-Mehrheit organisierten. Während dieser Zeit unterstützten sie gesellschaftskritische Initiativen nicht annähernd so tatkräftig wie wir. Den Haushaltstitel für die Veranstaltungsreihe des studentischen Arbeitskreises Rote Ruhr-Uni strichen die Jusos 2007 sogar ganz. Leider blieben aber auch die Dinge auf der Strecke, die wirklich für alle Studierenden gleichermaßen von Interesse gewesen wären: Selbst bei einfachen Serviceleistungen wie zum Beispiel beim Erstellen von aktuellen Info-Readern blieben die Jusos so gut wie inaktiv.

Mensa-Party

Obwohl, so ganz kann man das nicht sagen. Denn Geld ausgeben konnten die Jusos dennoch. So schanzten sie 2005 den Mitgliedern des konservativen RCDS insgesamt 28.000 Euro zu - in Form von bezahlten Praktika. Der RCDS tolerierte im Gegenzug den Juso-geführten AStA. 2007 gingen die Jusos dann sogar ganz offen eine Koalition mit der konservativen Hochschulgruppe ein und planten die „Große Mensaparty“. Das Resultat war die größte Pleite in der Geschichte der Bochumer Studierendenschaft: eine knappe Viertelmillion Euro Verlust, der den AStA an den Rand der Zahlungsunfähigkeit trieb. Wegen fehlender Ausschreibungen, verschwundenem Bargeld und nicht ordnungsgemäß abgeschlossenen Verträgen begann die Staatsanwaltschaft zu ermitteln. Inzwischen ist der damalige Juso-AStA-Vorsitzende Fabian Ferber wegen der Mensaparty vom Amtsgericht Bochum rechtskräftig der Veruntreuung für schuldig befunden worden. Die Mensaparty des Jahres 2007 bleibt dennoch ein Fall für die Gerichte: So sah sich der amtierende AStA gezwungen, vor dem Verwaltungsgericht Klage auf Schadensersatz einzureichen. Würde der AStA nämlich nicht versuchen, das veruntreute Geld von den Verantwortlichen zurück zu bekommen, würde er unserer Überzeugung nach selbst verantwortungslos mit den studentischen Geldern umgehen. Dennoch muss man kein Prophet sein, um vorherzusagen, was passieren würde, wenn die Jusos wieder den AStA stellen können, bevor der Prozess zu Ende ist: Sie würden die Klage wohl sofort wieder zurückziehen. Deshalb wollen wir unsere Arbeit in der Studierendenvertretung fortsetzen. Wir stehen für einen linken und engagierten AStA, der mit den studentischen Geldern verantwortungsbewusst umgeht – die Jusos tun dies nicht.

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„Wir vertreten alle Studierenden“